100 Frauen sagen „Stopp“ | Der offene Brief der Französinnen

Hören Sie es auch? Wieder geht ein Raunen durch die Gesellschaft. Es braucht eine Catherine Deneuve und Marquis de Sade, um der medialen Kriegsszenerie #metoo einen Gegenschlag zu versetzen. Am 8. Januar 2018 haben 100 französische Frauen einen offenen Brief in der „Le Monde“ veröffentlicht. Was sie sagen, denken bereits viele Menschen rund um den Globus. Denn aus einem Freiheitsschlag hat sich ein aggressiver Feminismus entwickelt, der den Hass auf Männer provoziert, während sich dieselben nicht mehr allein mit einer Frau in den Fahrstuhl trauen – aus Angst, nach Jahren für die körperliche Nähe angeprangert zu werden. Um es klarzustellen: Es geht keinesfalls darum, sexuelle Belästigung zu verniedlichen. Und das machen die Frauen bereits im ersten Satz ihres offenen Briefes klar: Vergewaltigung ist ein Verbrechen. 

Klare Worte von Frauen, die durch und durch Frau sind

Man braucht nur auf den Zug der allgemeinen Hetzjagd zu steigen und schon ist der Betroffene dem Untergang geweiht. Dass es zu viele solcher Trittbrettfahrer gibt, zeigt die Tatsache, dass sich viele Prominente aus sozialen Netzwerken wie Facebook zurückzuziehen, weil Beleidigungen und Shirtstorms die Grenze der Normalität überschritten haben. In solchen Zeiten hängen Männer wie Zielscheiben an den Bildschirmen der User.

Die Französinnen sprechen mit ihrem offenen Brief vor allem die Rolle der Frau an. Denn anstatt sich zu befreien, rutschen sie unter dem Deckmantel des Guten wieder in die ewige Opferrolle. In der Folge entwickelt sich ein gestörtes Bewusstsein, dass das Gute nicht mehr vom Bösen unterscheiden kann. Das an eine Frau gerichtete Lächeln oder gar ein Flirt darf nicht als sexuelle Belästigung angesehen werden! Stellen wir uns vor, wie sich Männer korrekt verhalten, wenn sie plötzlich einen Mindestabstand einer Armlänge im Gespräch mit Freunden einhalten, wenn die Gesichter keine Freundlichkeit, kein Lächeln mehr zulassen, weil es als Belästigung empfunden werden könnte? Das ist Wahnsinn und führt … wohin? In eine Gesellschaft, in der sich Menschen aus Angst heraus nicht mehr annähern können?

Verurteilungen auf Knopfdruck

Was der offene Brief von 100 französischen Frauen anprangert, ist die Tatsache, dass aufgrund der Aktivitäten in sozialen Netzwerken aus Männern Täter gemacht werden, ohne dass sie sich verteidigen können geschweige denn eine der Behauptungen bewiesen ist. Leser hängen sich an das vorgefertigte Wort im Netz und glauben, den Frauen etwas Gutes zu tun, indem jeder Tweet, jedes Posting tausendfach verbreitet wird. In der Masse solcher Postings, die gerade das Netz bestücken, kommt es einer Hetzjagd gleich. Männer in ranghohen Positionen treten von ihren Ämtern zurück, sind beruflich zerschlagen und hatten dennoch keine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Erinnern wir uns, es gab tatsächlich Rücktritte, die auf den Satz „er hat mir während des Essens ans Knie gefasst“ basierten. In diesem Fall war es gar nicht die betroffene Frau selbst, sondern die Netzgemeinschaft, die diesen Vorfall als sexuelle Belästigung bezeichnete und den angeblichen Täter somit zum Rücktritt zwang.

Was Catherine Deneuve, Catherine Millet oder Ingrid Caven mit ihrem offenen Brief in der Le Monde sagen wollen: Mit Kampagnen wie #metoo wird Frauen nicht geholfen, sich gegenüber sexuellen Angriffen zu stärken. Frauen wissen heute sehr gut, wie sie sich wehren können. Männer wie Frauen kennen die Signale, die ausgesendet oder empfangen werden. Und noch ein Thema spricht der offene Brief der französischen Frauen an: Solche Denunziationen dienen denjenigen, die die sexuelle Freiheit im Grunde verurteilen, ihre Meinung jedoch nur hinter verschlossenen Türen aussprechen.

Das Leben wäre zu trist und öde ohne zwischenmenschliche Momente, ohne Emotionen oder auch Offerten, die beidseitig ausgesprochen werden. Unser Denken darf nicht nur von Schwarz und Weiß geprägt sein. Das Leben hat zu viele, zu schöne Facetten, die wir genießen sollten anstatt uns von Außen blind lenken zu lassen.