Überarbeitet im Juni 2025 von Daniela Shams
Der September ist ein Geschenk. Die Luft schmeckt nach reifen Äpfeln, die letzten Sonnenstrahlen streicheln die Haut, und der Garten flüstert Geschichten von Fülle und Wandel. Es ist die Zeit, in der wir die Früchte des Sommers ernten und zugleich den Boden für die kommenden Monate bereiten. Mit einem Korb in der Hand und dem Duft von Rosen in der Nase können wir den Garten nicht nur pflegen, sondern ihn zu einem lebendigen, nachhaltigen Refugium gestalten. Dieser Artikel lädt Sie ein, die Ärmel hochzukrempeln, die Hände in die Erde zu tauchen und mit Mut und Freude die Gartenarbeiten im September anzugehen. Für sie, die Natur und die Zukunft.
Welche Gartenarbeiten im September sind wichtig?
Mit dem Spätsommer entsteht eine wundervolle Atmosphäre im Garten. Noch ist es warm, die Abende werden langsam kühler, die Luft weich, erinnert an reife Pfirsiche. Wer Duft- oder englische Rosen von David Austin gepflanzt hat, wird genau von solchen Aromen verwöhnt. Mit den letzten Blütephasen stehen natürlich auch verschiedene Gartenarbeiten im September an. Dabei werfen wir vor allem einen Blick auf Nachhaltigkeit im Garten. Denn die Natur mit ihrem wiederkehrendem Rhythmus leitet uns auf dem Weg zu natürlicher Gartenarbeit.
1. Beete mit Bedacht säubern: Samen für morgen sammeln
Der Spätsommer zeigt sich in verblühten Blüten und trockenen Stängeln, die wie kleine Kunstwerke im Garten stehen. Doch hinter ihrem Charme verbirgt sich eine Aufgabe, die sowohl ästhetisch als auch nachhaltig ist: das Reinigen der Beete. Schnappen Sie sich einen Korb, ausgelegt mit Zeitungspapier, und eine scharfe Gartenschere. Schneiden Sie verblühte Blüten von Stauden wie Rittersporn oder Sonnenhut ab und sammeln Sie die Samenstände behutsam ein. Diese kleinen Schätze sind die Grundlage für Ihren Garten im nächsten Jahr, kostenlos, nachhaltig und voller Potenzial.
Lassen Sie jedoch nicht alles verschwinden. Hortensien oder Ziergräser mit festen Samenständen dürfen bleiben. Sie sind nicht nur ein winterlicher Blickfang, wenn Raureif sie wie Puderzucker überzieht, sondern auch eine lebenswichtige Nahrungsquelle für Vögel und Insekten. So wird Ihr Garten zu einem Ökosystem, das nicht nur Ihnen, sondern auch der Natur dient.
Tipp: Sortieren Sie die gesammelten Samen direkt nach Pflanzenart in beschriftete Papiertüten. Lageren Sie diese an einem trockenen, kühlen Ort, um ihre Keimfähigkeit zu erhalten.
2. Rosenpflege: Ein königlicher Schnitt
Rosen sind die Diven des Gartens, anmutig, duftend und ein wenig anspruchsvoll. Im September, nach ihrer zweiten Blüte, verdienen sie besondere Aufmerksamkeit. Ein leichter Rückschnitt fördert ihre Gesundheit und bereitet sie auf den Winter vor. Entfernen Sie schwache, nach innen wachsende oder beschädigte Triebe mit einer sauberen, scharfen Rosenschere. Achten Sie darauf, knapp über einem nach aussen gerichteten Blattansatz zu schneiden, um die Form der Pflanze zu harmonisieren.
Für Kübelrosen ist jetzt der Moment, die Erde aufzufrischen. Mischen Sie hochwertigen Kompost oder Humus unter die oberste Schicht, um die Wurzeln mit Nährstoffen zu versorgen. Schwarze Flecken auf den Blättern? Das ist ein Zeichen für Sternrusstau. Entfernen Sie betroffene Blätter sofort und entsorgen Sie diese im Hausmüll, nicht im Kompost, um die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.
Nachhaltiger Schutz: Statt chemischer Spritzmittel setzen Sie auf natürliche Alternativen. Ein Spray aus Neemöl (verdünnt mit Wasser und einem Emulgator) stärkt die Pflanzen und hält Schädlinge fern. Alternativ können Sie eine Brennnesseltee-Lösung (aus frischen Brennnesseln, 24 Stunden in Wasser eingeweicht) verwenden, um die Widerstandskraft der Rosen zu fördern.
Natürliche Rosen- und Pflanzenschutzmittel für den Garten
3. Neue Pflanzungen: Rosen und Stauden mit Vision setzen
Der September ist die perfekte Zeit, um den Garten neu zu gestalten. Besonders Rosen, die Königinnen der Beete, können jetzt geplant und bald gepflanzt werden. Wähle den Standort mit Bedacht: Rosen lieben Morgensonne und Halbschatten, scheuen jedoch die glühende Mittagshitze. Ein Platz, der fünf bis sechs Stunden Licht bietet, ist ideal. Sorten wie die englische Rose „Claire Austin“ mit ihren cremig-weissen, duftenden Blüten oder die robuste „Desdemona“, die auch im Schatten glänzt, sind pflegeleicht und bringen Magie in dunkle Ecken.
Bereiten Sie den Boden vor, indem Sie ein grosszügiges Pflanzloch ausheben, mindestens 50 cm tief und breit. Fülle es mit einer Mischung aus frischem Kompost und halb verrottetem Laub, das die Bodenstruktur lockert und Nährstoffe langsam freisetzt. Warte ein paar Tage, bevor du die Rose einsetzt, damit sich der Boden setzen kann. Diese Vorbereitung ist wie ein Fundament für ein Haus, sie entscheidet über das Gedeihen deiner Pflanzen.
Inspiration: Planen Sie eine Kombination aus Rosen und Stauden wie Lavendel oder Katzenminze, die nicht nur optisch harmonieren, sondern auch Nützlinge anlocken. So schaffen Sie ein kleines Paradies, das summt und duftet.
Rosen ohne grünen Daumen für den Schatten
Doch auch im Schatten gedeihen sie, so zum Beispiel die weisse Rose „Claire Austin“ oder die weisse Austin Rose „Desdemona“, die mit zauberhaften Blüten und lieblichem Duft Gartenfreunde verwöhnt. Die eine als Kletterrose, die andere auch für den Kübel, verschönern sie dunkle Ecken oder Mauern und beanspruchen wenig Pflege. Rosen werden ebenfalls mit einer grosszügigen Gabe von Humus gepflanzt. Hier sehen Sie diese beiden weissen Rosen. Die Unterschiede sind klein, aber dennoch deutlich: Die englische Rose Claire Austin hat gelblich, schmale Knospen, während Desdemona mit leicht rosafarbenen Knospen beginnt und beide zu doppelt gefüllten Rosen heranwachsen.


Welches Gemüse wird im September ausgesät?
4. Gemüsebeet: Ernten und nachhaltig neu säen
Das Gemüsebeet ist im September ein Ort der Fülle. Tomatenpflanzen, die noch Früchte tragen, sollten so lange wie möglich stehen bleiben, um die letzten Sonnenstrahlen zu nutzen. Ein Trick für gesunde Pflanzen: Entfernen Sie trockene Blätter und legen Sie diese als Mulch um die Pflanzen herum. Dieser natürliche Dünger schützt den Boden und gibt Nährstoffe zurück.
Wo bereits geerntet wurde, darf die Erde nicht brach liegen. Säen Sie robustes Wintergemüse wie Feldsalat, Winterspinat oder Endivien, die bis in den Frühling hinein erntebereit sind. Radieschen wachsen noch schnell genug für eine Späternte. Alternativ setze auf Gründüngung mit Phacelia oder Gelbsenf. Diese Pflanzen lockern den Boden, unterdrücken Unkraut und reichern ihn mit Nährstoffen an, wenn sie im Frühjahr eingearbeitet werden.
Für Starkzehrer wie Grünkohl oder Palmkohl, die im Sommer gesät wurden, ist jetzt eine Gabe Brennnesseljauche ideal. Stellen Sie diese her, indem Sie frische Brennnesseln in einem Eimer Wasser zwei Wochen gären lassen (mit einem Deckel, um den Geruch einzudämmen!). Verdünnt (1:10) ist sie ein kraftvoller, natürlicher Dünger, der deine Pflanzen fit für den Winter macht.
Diese Jauche eignet sich auch dann, wenn Ende September bis Oktober Blumenzwiebeln gesetzt werden sollen. Der Boden wird zwei bis drei Wochen vor dem Einsetzen der Frühlingsblüher noch einmal gekräftigt. Keinesfalls sollte die Brennnesseljauche zusammen mit den Blumenzwiebeln in den Boden kommen. Geben Sie den Nährstoffen Zeit, sich auszubreiten. Dann werden sich auch die Blumenzwiebeln freuen.
Regelmässige Gartenarbeiten im September
5. Hecken und Kompost: Den Kreislauf schließen
Hecken wie Buchsbaum oder Liguster bekommen im September ihren letzten Schnitt, um gepflegt in den Winter zu gehen. Sammle die Grünabfälle und kombiniere sie auf dem Kompost mit Rasenschnitt und Laub. Diese Mischung aus feuchtem und trockenem Material sorgt für eine gute Belüftung und verhindert Fäulnis. Kleine Zweige im Kompost bieten zudem Unterschlupf für Igel und nützliche Insekten, die deinen Garten im Gleichgewicht halten.
Tipp: Wenn Engerlinge im Kompost auftauchen, freuen Sie sich! Sie sind ein Festmahl für Vögel und tragen zur Zersetzung bei. Ein lebendiger Kompost ist das Herz eines nachhaltigen Gartens.
6. Wühlmäuse natürlich vertreiben
Wühlmäuse können zur Plage werden, wenn sie an Blumenzwiebeln oder Wurzeln knabbern. Doch statt zu Gift zu greifen, nutzen Sie die Kraft der Natur. Neemblätter oder -samen, in die Erde gestreut, verströmen einen Geruch, der die Tiere vertreibt, ohne ihnen zu schaden. Alternativ wirkt eine Mischung aus fermentierter Buttermilch und zerdrücktem Knoblauch, die du in die Gänge der Wühlmäuse gibst. Für langfristigen Schutz lege Hochbeete mit feinem Drahtgitter aus oder setze Blumenzwiebeln in Pflanzkörbe.
Merke: Maulwürfe und Wühlmäuse vertragen sich nicht. Wenn du Maulwürfe im Garten hast, sind Wühlmäuse selten ein Problem – ein kleiner Trost, wenn Hügel im Rasen auftauchen.
Die natürliche Kraft des Neems nutzen
Alle Pflanzenteile des Neems haben einen für Tiere unerträglichen Geruch, sind aber ungefährlich. Ein Teelöffel Neemblätter, Niemöl oder Neemsamen sorgt dafür, dass die Tiere schnell Reissaus nehmen und sich einen anderen Lebensraum suchen. Neem können Sie darüber hinaus auch zur Pflanzenstärkung und Schutz vor Krankheiten nutzen.
Knoblauch und saure Buttermilch
Ähnliches gilt für die Mischung von vergorener Buttermilch mit Knoblauch. Dazu müssen sie die Buttermilch erst gären lassen und gepresste Knoblauchzehen hinzugeben. Ungewöhnliche Gartenarbeiten im September, aber wirksam ohne die Tiere zu schädigen.
Diese beiden Massnahmen schützen sowohl die Tiere als auch Ihre Pflanzen. Bei Bedarf geben Sie Neemsamen oder Buttermilch um einzelne Pflanzen herum. Neemblätter oder Niemsamen können langfristig gelagert werden. So sind Sie immer gut vorbereitet, um unerwünschte Tiere fernzuhalten.
Gartenarbeiten im September: Pflanzen schützen
Sollten Sie jetzt erst beginnen, Wühlmäuse auf natürliche Art zu entfernen, dann ist der Schutz bestimmter Pflanzen notwendig. Denken wir hierbei vor allem an die schönen Frühlingsblüher. Die Blumenzwiebeln sind der Gefahr der gefrässigen Tiere ausgesetzt. Deshalb bietet sich ein Pflanzkorb oder ein Drahtnetz an. Aus diesem Grund sollten insbesondere Hochbeete mit einem dichten Drahtgitter ausgelegt werden. Somit wird den Wühlmäusen auf natürliche Art der Weg zu Wurzeln und Blumenzwiebeln versperrt.
7. Obst lagern: Vorräte für den Winter
Äpfel und Birnen, die jetzt reif sind, lassen sich mit etwas Sorgfalt bis in den Winter hinein genießen. Verwenden Sie stapelbare Obstkisten, ausgelegt mit Zeitungspapier, und lagern Sie die Früchte in einem kühlen, dunklen Raum (z. B. Keller oder Garage). Achten Sie darauf, dass die Früchte sich nicht berühren, um Druckstellen zu vermeiden. Kontrollieren Sie die Früchte regelmässig auf faulige Exemplare, um die Lagerung zu optimieren.
8. Entspannen und erden: Der Garten als Seelenort
Gartenarbeit ist mehr als eine To-do-Liste. Sie ist ein Tanz mit der Natur, ein Moment, in dem Sie mit der Erde verschmilzt. Wenn Sie die Hände in den Boden tauchen, fällt der Stress des Alltags ab. Nehmen Sie bewusst Zeit, um innezuhalten. Setzen Sie sich auf eine Bank, schliessen Sie die Augen und lauschen dem Rascheln der Blätter. Der Garten ist ein Ort der Heilung, für die Natur und für Sie. Fühlen Sie sich umarmt, wie eine liebe Freundin.
Mut zum Anpacken
Der September ist eine Einladung, Ihren Garten mit Liebe und Weitsicht zu gestalten. Jede Handbewegung, jeder Schnitt, jede gesetzte Zwiebel ist ein Versprechen an die Zukunft. Packen Sie an, experimentieren Sie, lernen Sie von der Natur. Ihr Garten wird es Ihnen danken, mit duftenden Rosen, knackigem Gemüse und einem Ort, der Sie immer wieder willkommen heisst.



