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Charlie Watts, Rolling Stones, Lifestyle Magazin

Wann hat der Tod ein Ende?

Charlie Watts, 80-jähriger Schlagzeuger ist am 24. August 2021 verstorben

Das Jahr 2021 könnte auch das Jahr des Todes genannt werden. Nun ist einer der besten, elegantesten und wahrscheinlich bekanntesten Schlagzeuger verstorben. Charlie Watts von den Rolling Stones ist von uns gegangen. Ein Moment, der sich anfühlt wie ein langer, spitzer Pfeil, bohrt sich in meine Brust.

Lächeln und gelassen: 6 Jahrzehnte Rolling Stones

Und nicht nur das, denn er war auch einer der beliebtesten. Der Ruhepol, das Rückgrat, die Stütze einer wilden Bande. Die Szene spricht von ihm als brillanten Schlagzeuger und Menschen. In frühesten Jahren vom Jazz beeinflusst, hat er den Stones einen unverwechselbaren Charakter gegeben. Inmitten der durchgeknallten jungen Band der 60er Jahre zeigte sich Watt gelassen, meist mit einem Lächeln in eng anliegender Weste. Und sie taten gut daran, ihn um sich zu haben. Die Welt hat nicht nur einen Schlagzeuger verloren, sondern auch einen überaus eleganten Menschen.

Um erfolgreich zu sein, braucht man Disziplin und Charakterstärke. Auch dann oder vielleicht gerade weil es sich um die wildeste Rockband des 20. Jahrhunderts handelt. Mit seinem so wenig wilden Charakter, brachte Charlie Watts vielleicht ein Stück mehr davon mit als seine Kollegen. Überlassen wir dies der Vergangenheit. Er selbst konnte sich schon im jähr 2018 an den Gedanken gewöhnen, mit den Stones aufzuhören. Im Gespräch mit „The Guardian“ sagte er damals:

„Ich wüsste nicht, was ich tun würde, wenn wir aufhören. Keith ist großartig darin, weiterzumachen. Die große Sorge für mich ist, dass es mir gut genug geht. Wir arbeiten zum Glück nicht mehr so wie früher. Es gibt große Lücken zwischen jeder Show.“

Charlie Watts

„Ich habe nie das Klischee von Rockstars erfüllt“

Und so nahm man ihn wahr. Ruhig, beständig, mit einem Touch englischer Eleganz. Ein Jahr nachdem sich die Rolling Stones gefunden hatten, tauschten sie den Schlagzeuger aus und fanden Charlie Watts. Einer, der perfekt ins Konzept passte vom ersten bis zum letzten Tag. Er selbst sah sich nie als der typische Rockstar – sagt einer aus der berühmtesten Rock´n Roll Band. Watts, Jagger und Keith Richards haben alle Alben in sechs Jahrzehnten eingespielt. Nie auf einer Tour gefehlt, konnte er nun die letzte Tour nicht mehr beenden.

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Die Rolling Stones in Berlin

Anekdoten der Stones mit Watts

2010 veröffentlichte Charlie Watts seine Autobiographie. Der stille Mann im Hintergrund erzählt ein paar Geschichten aus dem Leben. Sein Charakter zeigt edle Züge, stark und besonnen, doch keineswegs naiv. Und daran hätte sich Mick Jagger besser in den 80er Jahren gedacht, als er betrunken in einem Hotelzimmer rief: „Wo ist mein Schlagzeuger?“ Watts, zum damaligen Zeitpunkt in einer Midlife-Crisis liess Jagger seinen Zorn spüren und entgegnete ihm: „Du bist mein verdammter Sänger!“ Pow! Eine verbale Backpfeife, die mehr als deutlich zeigt, welche Tiefen in Watts schlummerten. Doch es braucht wohl manchmal diese Diskrepanz, um auf gleicher Höhe zu bleiben.

Ein gesamt Kunstwerk! Die Stones in Berlin

Es war mir vergönnt, die Rolling Stones live zu erleben. Die erstbeste Gelegenheit, die sich mir nach der Maueröffnung in Berlin bot, nutzte ich sofort. Ein gigantisches Konzert, das noch lange Jahre in mir gewirkt hat. Keith Richards sagte einmal über Charlie Watts: „Er gibt mir die Freiheit, auf der Bühne zu fliegen.“ Auch wenn ich kein Musiker bin, kann man in diesen Worten die Verbundenheit spüren, die diese beiden Musiker verband. Watts war nicht nur menschlich, sondern natürlich auch musikalisch ein kleines Genie. Dieser typische Stones Groove stammt zu eben von Charlie Watts.

Mick Jagger dazu: „Er hat diesen hypnotischen Groove, eine Samba mit extrem hypnotischer Kraft. Konstant und gut zu singen.“ Bis heute war es mir nicht klar, dass es einer meiner Lieblingssongs der Stones ist, der diesen Watts-Groove beschreibt. Zollen wir dem Meister Tribut. und geniessen gemeinsam noch einmal „Sympathie For The Devil“.

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Ruhe in Frieden Charlie Watts. Mein Herz trauert, doch mein Dank ist endlos.

Beitragsbild: „The Rolling Stones Charlie Watts 2 – Rupp Arena, Lexington Kentucky [December 11, 1981]“ by michael conen is licensed underCC BY-SA 2.0


Leopold Museum, Ausstellungen 2021, Lifestyle Magazin

Ausstellungen 2021 im Leopold Museum

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