Computer Spiele können bei Demenz und Altersdepression vorbeugen

Denkspiele im Alter

Wenn man den bisherigen Studien Glauben schenken darf, so wird die Leistung unseres Gehirns bis zu einem gewissen Alter immer besser, stagniert dann für einige Jahre, bevor die geistige Leistungsfähigkeit langsam wieder abnimmt. Ist es aber möglich diese Alterungsprozess aufzuhalten?

Unser Gehirn baut ab, wenn wir nichts dagegen tun

Computerspiele gegen Demenz
Computerspiele gegen Demenz Foto: Pixabay.com

Fest steht, dass intellektuell aktive Menschen vergleichsweise ein geringeres Risiko haben, an Demenz zu erkranken. Der Neurowissenschaftler William Jagust von der University of California bestätigte, dass ein Absterben bestimmter Menge an Gehirnzellen mit zunehmendem Alter unvermeidbar ist, aber er betont auch, dass wer seinem Gehirn schon im frühen und mittleren Erwachsenenalter viel abverlangt, könnte vielleicht Alzheimer vorbeugen. In seiner Studie, die in der Fachzeitschrift Archives of Neurology erschien, zeigten Jagust und sein Team, dass bis ins hohe Alter neue Neuronen im Gehirn entstehen. Es ist daher sehr wichtig seinen Verstand in jedem Alter zu fordern, den die gesteigerte Hirnaktivität kann das Absterben von Gehirnzellen verlangsamen oder auch vorbeugen.  Diejenigen, die erst spät mit dem Gehirntraining beginnen, verbauen sich womöglich eine Chance auf Prävention.

Durch die Studie machen die kalifornischen Forscher erst sichtbar, welche Auswirkungen solche Gehirntrainings haben. Jagust und sein Team untersuchten an 81 Personen den Zusammenhang zwischen den Proteinen Beta-Amyloid-Plaques, die bei allen Alzheimer-Patienten vorkommen und lebenslanger geistiger Aktivität. Es nahmen davon 65 Probanden im Alter von 65 Jahren oder älter teil. 10 an Alzheimer erkrankten Patienten und 11 gesunde Versuchspersonen im Alter zwischen 20 und 30 dienten als Vergleichsgruppe .

Alle Teilnehmer erhielten einen Fragebogen, in dem sie Auskunft über ihre geistigen und körperlichen Aktivitäten in verschiedenen  Lebensaltern geben sollten. Dazu gehörten Fragen wie zum Beispiel, ob die Person regelmäßig Zeitungen und Bücher liest oder ob geistig fordernde Spiele oder Sport zu ihrem Alltag gehören. Anschließend ermittelten die Forscher mithilfe eines Scans die Menge der Beta-Amyloid-Ablagerung im Gehirn der 60 Probanden im Seniorenalter.

Der Lebensstil hat Einfluss auf Demenzerscheinung

Das Ergebnis war selbst für die Wissenschaftler verblüffend: Alle Senioren, die in ihrem Leben wenig aktiv waren, wiesen ähnlich viele Beta-Amyloid auf wie die Kontrollgruppe, die bereits an Alzheimer erkrankten. Im Gegensatz dazu zeigten sich bei geistig regen Senioren nicht viel mehr Beta Amyloid als bei den 20 bis 30-Jährigen.

Spielen gegen Demenz
Spielen Sie! Es trainiert das Gehirn. Foto: Freeimages.com

Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge leben weltweit mehr als 44 Millionen Menschen mit dementer Erkrankung, davon sind allein in Deutschland 1,5 Millionen Menschen betroffen. Etwa 60 Prozent davon leiden unter der dementen Art Alzheimer.

Die Zahl steigt stetig an und man rechnet im Jahr 2050 mit insgesamt 106 Millionen Menschen, die global davon betroffen sind, wenn kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Genetik bei Alzheimer eine große Rolle spielt,  doch die Studien von Jagust und Co. zeigen auch, dass jeder Mensch viel für seine Gesundheit tun kann, indem er sich geistig und körperlich aktiv hält, um die Ansammlung von Amyloid zu bremsen.

Keine Demenz trotz Ablagerung des Beta-Amyloids

In einer anderen Studie, die im Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ erschien, konnten Jagust und andere Forscher auch vorlegen, dass Leute, die bereits das Protein Beta-Amyloid haben, lange Zeit kein Anzeichen von Demenz zeigen. Der Grund liegt in der gesteigerten Hirnaktivität, wenn Alzheimer Plaques vermehrt im Gehirn vorkommen, die die verminderte Gedächtnisleistung kompensieren. Einige Menschen bleiben somit bis ins hohe Alter geistig fit, obwohl sich Ablagerungen des Beta-Amyloid in ihrem Gehirn befinden.

Ob man die Kompensationsmechanismus willentlich beeinflussen kann und wie lange man den Ausbruch der Demenz hinauszögern kann, ist noch nicht geklärt, da hierzu Langzeitstudien fehlen. Fest steht aber, dass das Trainieren der grauen Zellen ein Leben lang erfolgen muss, denn das Protein Amyloid sammelt sich im Gehirn nur langsam an, lange bevor sich die ersten Symptome der Vergesslichkeit bemerkbar machen. Wenn erst im hohen Alter mit dem Training begonnen wird oder wenn man bereits Demenzerscheinungen hat, bleibt die Frage offen, ob ein Gehirntraining oder Therapie wirklich noch helfen kann.

Hirnleistung durch Computer Spiele steigern

Durch Denksport oder Gedächtnisjogging kann man sein Gedächtnis regelmäßig herausfordern und trainieren. Es gibt viele Möglichkeiten seine grauen Zellen auf Trab zu halten, dazu zählen unter anderem Computer Spiele, die wenig Zeit in Anspruch nehmen, aber großen Effekt aufzeigen. Gelegenheitsspiele wie Scrabble (ähnlich wie Kreuzworträtsel), Spider Solitär, Mahjong und Puzzle trainieren nicht nur das Gehirn mental, sondern wirken zudem meditierend und beruhigen.

Damit das mentale Training wirklich Erfolg aufweist, sollte man die Spiele und die Schwierigkeitsstufe so wählen, dass fokussiert und unter Aufbringung geistiger Anstrengung trainiert wird. Wenn man also vor kniffeligen Denksportaufgaben wie Sudoku oder Memory sitzt und glaubt, man käme nicht mehr weiter, so sollte man hartnäckig bleiben und nach einer Lösung suchen, denn das Geheimnis des mentalen Trainings ist es herausgefordert, aber nicht überfordert zu werden. Jeder Rehabilitationstherapeut wird dies aus eigener Erfahrung bestätigen können.

Computer Spiele genauso hilfreich wie Anti-Depressiva?

Eine Untersuchung, die im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, ergibt außerdem, dass Computer Spiele nicht nur gegen Demenz helfen kann, sondern auch womöglich genauso gut gegen schwere Altersdepressionen wie Medikamente wirken. Viele Forscher glauben,  dass ältere Menschen ihr Hirn immer weniger herausfordern. Diese Mangel an geistige Aktivität führt wiederum dazu, dass die Menschen traurig  werden. Es wurden deshalb Computerspiele entwickelt, um festzustellen, ob das alternde Gehirn durch intensive Praxis regeneriert werden kann.

Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass die Computertherapie genauso wirksam gegen Depression wie das Medikament Escitalopram ist. Zudem konnten durch das Spiel verlorengegangener Lern- und Gedächtnisfunktionen wieder gefunden werden und Entscheidungsprozesse stärker verbessert werden als die Medikamente. Nur einige Minuten tägliches Gehirntraining kann wahre Wunder bewirken. Spielen macht nicht nur Spaß, sondern verhilft den Spielern auch zu einer besseren Stimmung durch  Herausforderung und Erfolgserlebnisse.

Im Internet gibt es viele Websites mit Spiele für ältere Menschen und Senioren. Einige aufwendig hergestellten Spiele, die in den Studien verwendet wurden wie „NeuroRacer“ oder „Sea Hero Quest“, gibt es nur zum Downloaden. Die Leistung des Computers sollte dabei stark genug sein, um die Grafik gut darstellen zu können. Casual Spiele dagegen haben den Vorteil, dass sie direkt im Internet aufgerufen werden kann und leicht zu erlernen sind. Die technischen Anforderungen an dem Rechner ist nicht sehr hoch, sodass jeder Zugang zu diesen Spielen hat. Deshalb sind Casual Games bei Jung und Alt sehr beliebt. Auf www.kostenlosspielen.biz beispielsweise gibt viele klassische Spiele wie Spider Solitaire, Mahjong oder Kreuzwortsrätsel mit deutscher Spielanleitung. Die Website wurde benutzerfreundlich unter Berücksichtigung der älteren Zielgruppe entwickelt.