Das Erfolgsgeheimnis der Master Blenderin Rachel Barrie bei Bowmore

Erfahrung kann man nicht erlernen, sondern nur erfahren. Und mit jedem Lebensjahr formt man seinen Verstand und die Sinne. Einige Frauen wissen dies zu nutzen und dringen in den sehr seltenen Beruf einer Master Blenderin vor. Diese Frauen haben ihren eigenen Style gefunden und geben nun der Männerwelt einen neuen Style vor. So ist Joy Spence die bisher einzige Master Blenderin für Rum und Rachel Barrie die einzige Master Blenderin für Whisky.

Zwei Master Blenderinnen geben den Style für die Männerwelt vor

Master Blender Whisky
Master Blenderin Rachel Barrie Bild: ©Morrison Bowmore

Joy Spence arbeitet in der Appleton Distillery in Jamaica und stellt zahlreiche Rumsorten her. Alle Rumfässer wählt sie selbst aus und blendet diese für unterschiedliche Rummarken. Hierbei blendet sie nicht nur für Appleton Rum, sondern auch für Captain Morgan. Ähnliche wie Rachel Barrie zeigt sie ihr Talent in beeindruckender Weise. Die beliebten Kreationen für die Männerwelt wurden bereits mit zwei Ehrendoktorwürden und mehreren Award Gewinnern ausgezeichnet. Näher vorstellen möchte ich Rachel Barrie, die für die Whisky Distillerien Bowmore, Auchentoshan und Glen Garioch als Master Blenderin arbeitet.

Nur 12 Menschen weltweit sind Whisky Master Blender

Bowmore
Die Destillerie Bowmore Bild: © Morrison Bowmore

Rachel Barrie musste hart für ihren Job arbeiten, denn es gibt derzeit nur zwölf Menschen weltweit, die sich Master Blender für Whisky nennen dürfen. Und es gilt immer Traditionen zu wahren und Neues zu erfinden. Ihre Aufgabe besteht darin, Whisky Trends der Zukunft lange im Voraus zu erkennen und Whisky in seinen Bestandteilen riechen zu können. Um Master Blenderin zu werden, sollte man ungefähr 100.000 Whiskys gerochen haben und über einen unglaublichen Geruchssinn verfügen. Rachel Barrie schafft auf der Arthur-D-Little-Skala einen Wert von 92 Prozent. Die Skala gilt als Messlatte in der Whiskyindustrie. Der Durchschnitt liegt bei 60 Prozent. So hat sie viele Jahre Whisky analysiert, bevor sie 1995 zu Glenmorangie wechselte und 2003 zur Master Blenderin von Glenmorangie wurde. Anfang 2012 wechselte sie dann zu Morrison Bowmore Distillery und ist nun für Auchentoshan, Glen Garioch und Bowmore zuständig.

Wie heißt der Whisky von morgen?

Ihre Aufgabe besteht darin, täglich das Geschmacksmuster Rätsel zu lösen und dabei rational zu arbeiten. Ferner Trends zu erkennen, denn Whisky reift durchschnittlich 10 Jahre im Eichenfass. Und setzt man ein weiteres Fass zur zweiten Reifung ein, benötigt selbst eine zweite Reifung mindestens sechs Monate bis zwei Jahre. Whisky gilt als die komplexeste Spirituose der Welt und Flaschen erzielen inzwischen Preise bis zu 100.000 Euro. Die Verkaufszahlen steigen und die Welt will schottischen Whisky. Als Frau hat sie das notwendige Gespür für Verbrauchertrends und Geschmäcker. Denn nur durch die Reifung erhält der Whisky seine Farbe und seinen Geschmack. Ob Sherryfass, Bourbonfass aus amerikanischer oder spanischer Eiche, oder wie ihr neuester Coup, eine Reifung in Fässern aus japanischer Mizunara Eiche. Der Whisky wird eingelagert und dieses Vermögen ruht dann teilweise Jahrzehnte. Ein unachtsamer Fehler kann dramatische Folgen für die Distillery haben.

 

Ein Meisterstück: Die Lagerung des Bowmore Whisky in Mizunara Fässern

Sowie auch Joy Spence war auch Rachel Barrie zuvor Chemikerin. Rachel Barrie arbeitete zuvor beim Scotch Whisky Research Institute und ihr unglaublicher Geruchsinn qualifizierte sie für weitere Aufgaben. Der Trick ist, nicht nur die Geruchsnoten zu identifizieren, sondern sich diese auch merken zu können. Bei den Mizunara Eiche Fässer für Bowmore hatte sie so einen Riecher. Rauchig torfiger Bowmore Whisky, gelagert in Mizunara Fässern in Lagerhäusern am Meer wiederum unterhalb des Meeresspiegels. Hier ist es kalt, feucht und salzig. Das Ergebnis war der Bowmore Mizunara Cask Finish, der auch britische Whiskykritiker überzeugte.

Das Fass gibt eine hohe Konzentrationen von trans-Lactonen an das Destillat ab, es entstehen Aromen von gebackenem Apfel und Kokos. Limitiert auf 2.000 Flaschen kann man diesen Whisky nun in einem Whisky Online-Shop mit viel Glück kaufen. Der von Rachel Barrie produzierte Whisky kostet pro Flasche schwindelerregende 900 Euro und gilt als ausverkauft. Die drei Whiskyfässer erzielten einen Umsatz von 1.8 Millionen Euro. Nur durch den geschickten Einsatz von Rachel Barrie. Denn ein Islay Single Malt mit raffinierten Zen-Noten Japans kam selbstverständlich bei Japanern perfekt an und sie hat mit dieser einzigartigen Reifung ins Schwarze getroffen.

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Tagsüber arbeitet sie in einem Whiskylabor, das aber eher wie eine übergroße Landhausküche aussieht. Sie riecht, probiert und kreiert. Und immer wieder schafft sie es, einen Whisky mit einem eigenen Charakter zur erschaffen und die Standard Range weiterhin hoch in der Qualität zu halten. Whisky Blender ist schon lange kein Beruf mehr in der Männerdomäne. Rachel Barrie hat es erfolgreich vorgemacht.

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