Im Kern von Kunst und Architektur

Kunst und Architektur verewigt Foto: Jean Molitor

Mit den wachsenden Jahren steigt, Gott sei Dank, auch unser Interesse an Kulturgütern und historischen Eindrücken der jüngeren Vergangenheit. Zumindest geht es mir so. Auf meinen Reisen lasse ich mich gern von der unterschiedlichen Architektur der einzelnen Länder beeindrucken. Das Auf und Ab in den Straßen Lissabons, die mit geschichtsträchtigen Pflastersteinen jeden High Heels zum Gartenschuh machen oder der barocke Stil, der in ganz Italien für ein ganz besonderes Flair sorgt. Doch was hat es eigentlich mit dem sogenannten Bauhaus auf sich?

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Bauhaus brachte in seiner Entstehungsphase gutes Handwerk und moderne Kunst zusammen. Dieses Gebäude, die von Walter Gropius gegründeten Kunstschule, wurde das Staatliche Bauhaus genannt. Inmitten der Goldenen Zwanziger und der deutschen Zwischenkriegszeit atmete Deutschland wieder auf und die Kunstschule in Weimar brachte avantgardistische Resultate hervor. Doch damit nicht genug, Der Minimalismus beginnend vom Bauhaus-Logo bis hin zu Bauwerken verselbständigte sich – weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Selbst die Angewandte oder Darstellende Kunst bediente sich dem Konzept und Grundgedanken Walter Gropius. Auf natürliche Art verschmolzen Handwerk, Malerei und Architektur miteinander.

Bauhaus in klaren Formen

Klare Linien, runde Formen und der unbedingte Verzicht auf Schnörkel oder Ornamente zeichnen von der Teekanne bis zu umfangreichen Gebäuden einen geradlinigen Stil in moderner Eleganz aus. Auch wenn sein Ursprung im Beginn des 20. Jahrhunderts begründet ist, so findet der Minimalismus, der gern als Bauhaus-Stil bezeichnet wird, bis heute seine Liebhaber. In der Gegenwart wird er als einer der modernsten Einflüsse innerhalb von Design und Architektur angesehen. So werden Gebrauchsartikel wie Geschirr hergestellt, die im Sinne von Funktion und Wesen gefertigt sind und beinahe zwangsläufig zu Bauhaus gezählt werden. Die Verbindung von glatt – klar – gerade und vor allem einem leuchtenden Weiß als äußere Fassade hat eine ganze Möbelindustrie hervorgebracht. Geografisch liegt die Wiege dieses avantgardistischen Stils in Deutschland. Doch wer mit offenen Sinnen durch die Welt geht, wird in vielen Teilen der Welt sogar Gebäude entdecken, die in ihrer Architektur dem Bauhaus nachempfunden sind.

 

„Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […] Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! […] Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers.“
Quellenangabe: Gropius in seinem Bauhaus-Manifest

In diesem Kontext bringt Jean Molitor als Künstler sein Handwerk Fotografie mit dem Handwerk der Architektur zusammen. Ein spannendes Unterfangen, das die Sinne für die Gebäude im eigenen Heimatort aber auch draußen in der Welt schärft.

Bau1Haus – Avantgarde von morgen

Das Projekt Bau1Haus widmet sich genau dieser Entwicklung. Auf nahezu allen Kontinenten wurden Häuser gebaut, die schon auf den ersten Blick an das Konzept „Wesen und Funktion von Bauhaus erinnern. Wer vermutet schon Gebäude im schlichten, geradlinigen Stil in Indien? Selbst in Burundi hat der Fotograf Jean Molitor solche Häuser entdeckt und hält sie in seinem Projekt „Bau1Haus“ fest. Bauhaus hat in einer fast 100-jährigen Geschichte demnach eine Runde rund um den Globus angetreten. Architekten und Designer haben einen ganz eigenen Ausdruck geschaffen, der den Bauhaus Charakter ausstrahlt. Er selbst sagt dazu: „Ich möchte mit Bau1Haus zeigen, wie wirkmächtig das Bauhaus und ähnliche Strömungen auf der ganzen Welt waren. Mein Ziel ist ein weltweites Fotoarchiv dieser Gebäude.“

Bauhausstil rund um den Globus
Jean Molitor in Kunst und Architektur Foto: Jean Molitor

Geschichte festhalten – Weltweite Verknüpfungen abbilden

Viele Häuser sind bereits in schlechtem Zustand. Seine ebenfalls schlichten Aufnahmen halten diese Gebäude für die Zukunft fest und es entsteht eine einzigartige Komposition eines Bauens mit eigenem Format. Neben dem ehrgeizigen Ziel ein weltweites Fotoarchiv aufzubauen, hat Jean Molitor einen Kalender 2016 kreiert, der einen Teil seiner Aufnahmen zeigt. Für Liebhaber der Kunst sicherlich ein schöne Geschenkidee zum Geburtstag oder zum Weihnachtsfest. Weitere Informationen zum Gesamtprojekt finden Sie hier: www.bau1haus.de.