Mensch sein, ohne links oder rechts zu debattieren

Wenn Menschen in Angst leben

#Menschsein, Lebensqualitaet in Deutschland, Generation 35+
#Menschsein Photo: Pixabay | Collage: Lifestyle4unique
Lifestyle4unique, das Online Magazin der Generation 35+
Photo credits: Daniela Shams

Es hat schon bessere Tage in Europa gegeben. Die Zeiten sind schwierig, so war auch das Schreiben dieses Artikels kein leichtes Unterfangen. Der Hilferuf eines Menschen hat mich dazu bewogen, ihn dennoch zu schreiben. Hier geht nur um den Menschen – den einen wie den anderen. Ganz bewusst habe ich auf emotionale Zusammenhänge, verbale Unter- oder Übertreibungen oder beliebte Floskeln verzichtet, die meist nur dazu genutzt werden, um politische Ansichten oder Seiten zu instrumentalisieren. Nein, darum geht es hier nicht!

#Menschsein

Weder die eine, noch die andere politische Seite soll hier angesprochen werden. Das so etwas überhaupt angesprochen werden muss, ist traurig genug, aber ich halte es für angebracht.

Momentan gibt es erneut einen Menschen, der um sein Leben und das seiner Tochter fürchtet. Mitten in Deutschland. Amtlich, denn der Tatbestand ist von der Polizei bestätigt. Rücken wir allein die Fakten ins Blickfeld und schieben aufgrund der Stimmung in Deutschland Nationalitäten hinten an.

Die Situation im September 2018

Verwaltungs-Wahnsinn Deutschland

Der Betroffene (wir nennen ihn Andreas T.) lebt seit ca. einem halben „in einer immer gefährlicher werdenden Situation“ und begründet dies durch Beleidigungen und Bedrohungen eines Nachbarn. Kürzlich wurden sogar Morddrohungen gegen Andreas T. ausgesprochen. Das wirklich Bedenkliche: Er muss seine Wohnung verlassen, um auch seine Tochter zu schützen, die zeitweise zu ihrer Mutter zieht. In seinem Wohnhaus wird nicht nur er allein bedroht, auch andere Familien sind betroffen und leben in Angst, insbesondere die Kinder.

Die Morddrohungen gegen Andreas T. sind durch einen Zeugen belegt. Doch der Gang zur Polizei hilft Andreas T. im Juli und August nicht weiter. Denn die beharrt darauf, dass erst „etwas passieren“ muss. Ein Vorgang, der in Deutschland üblich ist. Er wird an die Wohnungsverwaltung verwiesen, die ihm rät, alle Vorgänge zu protokollieren. Man fragt sich augenblicklich: Wozu? Um von anderer offiziellen Stelle Hilfe zu bekommen, wendet sich Andreas T. an den soz/psychologischen Dienst, der in diesem Augenblick aufgrund von Urlaub keinen Mitarbeiter zur Verfügung hat, ihn dann wiederum an die Polizei zurückverweist. Diese wiederum schickt Andreas T. ein weiteres Mal zum Krisendienst, mit der Hilfestellung, sich an die Wohnungsverwaltung zu wenden, da diese verantwortlich sei.

Aggressive Beschimpfungen, schwere Beleidigungen

Der aggressive Nachbar ist bekannt für Drogenkonsum und wohl auch für den Handel von Drogen. Unter wahrscheinlichem Einfluss von Drogen hat er Andreas T. mehrfach bedroht und sagt ebenso, dass ihm auch seine eigenen Kinder völlig egal seien. Dass er eine andere Familie im Haus als „jüdische Bastard Familie“ betitelt, geht in der gesamten Situation fast unter. Auszug aus der Anzeige: „Es ist inzwischen „Normalität im Haus, dass er Nachbarn als „jüdische Bastarde“ und „Kinderficker“ beschimpft.“

Der schwierige Alltag einer Mietergemeinschaft im Jahr 2018. Es ist ihm auch egal, dass er dafür ins Gefängnis geht, wenn er Andreas T. tötet. Er würde dies in Anwesenheit von Polizei tun. Ein Audiomitschnitt dieser Worte hilft Andreas T. momentan auch nicht weiter, da solche Mitschnitte offiziell nicht anerkannt sind. Er hat Angst und er weiss nicht mehr, an wen er sich wenden soll. Doch er geht weiter und schreibt Anzeige für Anzeige. Nach Eingang der ersten Anzeigen erfolgt kein Handeln seitens der Polizei. Die angegebenen Zeugen werden zur ausgesprochenen Bedrohung nicht befragt. Andreas T. ist verzweifelt und schickt eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Was soll jemand tun, der ständig beleidigt und bedroht wird? Wenn einem eine Person mit Zimmermannshammer wütend gegenübersteht?

 

Niemand zieht den aggressiven Nachbarn aus dem Verkehr

Hilfe zur Selbsthilfe ist schwierig. Ein Pfefferspray könnte den Angreifer für den Moment erst einmal ruhig stellen, aber das ist verboten und steht sogar unter Strafe. Alle anderen Mittel wie Messer natürlich auch, aber wie schützt sich jemand vor einem potenziellen Angriff? Seine Gedanken an die eigene Hilfe beantwortet er mit einer kürzlich veröffentlichten Statistik: „In Deutschland ist es so sicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“ Wer weiss denn, ob oder wann man angegriffen wird? Wie ernst meint es der Nachbar, wenn er mehrfach Drohungen ausspricht? Schlimmer noch. Bei einem seiner verzweifelten Versuche, eine Anzeige zu stellen oder polizeiliche Hilfe zu bekommen wird Andreas T. belehrt, dass er nicht alles versucht hätte, um der Gefahr aus dem Wege zu gehen? In einer Nachbar-Situation kein leichtes Unterfangen, weil das Aufeinandertreffen in einem Miethaus nunmal kaum zu vermeiden ist. Also verlässt er zur eigenen Sicherheit für gewisse Zeit seine Wohnung, um bei Freunden unterzukommen. Keine Dauerlösung, zumal das gemeinsame Zusammenleben mit der Tochter erst einmal nicht möglich ist.

Nach mehrfachen Anzeigen und Protokollen nimmt die Polizei nun die Situation ernster. Nun sind auch weitere Schritte seitens der Wohnungsverwaltung geplant. Es bleibt zu hoffen, dass Andreas T. wieder ein ruhiges Leben ohne Angst führen kann. Doch gleichzeitig besteht dringender Handlungsbedarf in Richtung des aggressiven Nachbarn. Jemand, der andere Menschen grundlos beleidigt und mehrfach bedroht, ist eine tickende Zeitbombe inmitten der Gesellschaft. Wird er sich anderen Personen ähnlich aggressiv verhalten? Wie verhält sich jemand zukünftig, der bereits Morddrohungen ausgesprochen hat?

Abschliessende Erklärung

Es handelt sich hier um eine authentische Situation. Um Vorurteile nicht sinnlos zu schüren, wurde darauf verzichtet, die Nationalitäten beider Personen anfänglich zu nennen. Die kurze Erklärung dient dem Verständnis und einer klaren Berichterstattung. Bei Andreas T. handelt es sich um einen Deutschen, der den grössten Teil seines Lebens in Berlin wohnt. Bei dem aggressiven Nachbarn handelt es sich um einen Afrikaner aus Ghana stammend. Sofern Sie nachhaltig helfen können, bitten wir Sie, mich zu kontaktieren. Private Daten werden von meiner Seite aus nicht weitergegeben. Ich leite Hilfsangebote nur an die betreffende Person weiter. Es bleibt zu hoffen, dass alle beteiligten Personen ohne Schaden aus dieser Geschichte gehen. 

In diesem Sinne, herzliche Grüsse

Ihre Daniela