12. Dezember 2025
selbstbestimmt leben und verantwortung, innere staerke aufbauen

Selbstbestimmt leben und Verantwortung: Wege zu innerer Stärke

von Daniela Shams

Viele Menschen fühlen sich von den Erwartungen der Gesellschaft erdrückt. Einerseits besteht der Wunsch nach persönlicher Freiheit, andererseits wird erwartet, Verantwortung auch für andere Menschen zu übernehmen. Ein Widerspruch, der sich ganz langsam in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. Denn während Individualität und Freiheit gross geschrieben wurden, entwickelte sich dieser neue Raum, der verlangt, auch im Umfeld genauer hinzusehen. Ist das möglich? Selbstbestimmt leben und Verantwortung übernehmen sind keine Gegensätze, sie sollten nur anders angefasst werden.

Wie will ich selbstbestimmt leben?

In erster Linie bedeutet Selbstbestimmung, selbst die Richtung des eigenen Lebens auszuwählen. Sie entscheidet über Ziele, Perspektiven und Handlungen. Dies zieht Verantwortung nach sich, denn jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich. Im positiven wie negativen.

Die Verantwortung ist also ein immerwährende Begleiter der Selbstbestimmung. Die Gesellschaft erwartet jedoch auch, dass wir uns um andere kümmern bzw. „hinsehen“. Sei es in der Familie, am Arbeitsplatz, auf der Strasse oder in der Nachbarschaft. Ist es wirklich richtig, sich in das Leben anderer Menschen einzumischen? Oft wird der feine Unterschied zwischen Hilfe und Einmischung nicht erkannt. Immer dann, wenn wir glauben, wir hätten die bessere Lösung parat, geraten wir auf die falsche Strassenseite. Denn wir stecken nicht in der Haut des anderen und können nicht wissen, was seine Bedürfnisse sind. Es sei denn, wir reden intensiv miteinander.

Verstehen wir uns nicht falsch. Es geht keinesfalls darum, egoistisch durch das Leben zu laufen ohne nach links oder rechts zu schauen. Dennoch gibt es einen feinen Unterschied: Jemanden zur Seite zu stehen, wenn er um Hilfe bittet oder sich mit der eigenen Einstellung in das Leben anderer einzumischen um es zu verbessern. Es liegt also nicht an uns, das selbstbestimmte Leben anderer Menschen zu ändern.

Der Trick mit dem Ego


Wie Dein Ego Dich austricksen kann und heimlich Dein Leben kontrolliert.

Arroganz, Narzissmus und Sturheit. Persönlichkeitsmerkmale, die einen Menschen nicht nur unsympathisch machen, sondern ihn auch in eine toxische zwischenmenschliche Abrissbirne verwandeln. Was diesen sozial destruktiven Wesenszügen zu Grunde liegt, ist oftmals ein emotionaler Schutzmechanismus.

Ungesunder Egoismus verhindert die Fähigkeit mit Kritik umzugehen, geschweige denn sie überhaupt zuzulassen auf der einen Seite, und ein übersteigerter Geltungsdrang auf der Anderen. Beides dient nicht selten nur einem einzigen Zweck.

Verantwortung bei der Arbeitssuche

Nehmen wir als Beispiel die Arbeitssuche. Viele Menschen warten darauf, dass ein Jobangebot von allein kommt oder dass Freunde sie empfehlen. Doch wahre Selbstbestimmung liegt im aktiven Handeln. Mit der Aktualisierung des Lebenslaufes und neuer Bewerbungen, bei denen man sich nicht unter Wert verkauft! Es gilt, das Beste zu zeigen, das man hat. Deshalb ist es wichtig, herauszufinden, was der Einzelne tatsächlich am besten kann. Die innere Talentsuche und Erfahrungen sammeln. Nur dort, wo man am besten ist, kann man optimal und authentisch präsentieren. Die Verantwortung liegt immer beim Einzelnen, nicht beim Arbeitgeber oder dem System.

Habe ich die Verantwortung, andere zu motivieren?

Nein, unser Verhalten liegt in uns und bleibt dort. In der Gesellschaft wird oft von motivierender Haltung für andere gesprochen. Doch es liegt nicht an uns selbst, andere zu motivieren. Wenn wir im Sinne für andere handeln, bleiben die eigenen Bedürfnisse auf der Stricke. Wir verzetteln uns zwischen Solidarität und Motivation, die nach aussen geht. Statt dessen handelt jeder Mensch für sich, um Stärke zu gewinnen. Aus diesen einzelnen, starken Menschen kann eine ebenso starke Gemeinschaft heranwachsen. Hier schliesst sich der Kreis der Selbstbestimmung und Verantwortung.

Gesundheit: Dein eigenes Handeln entscheidet

Ähnlich funktioniert es bei der Gesundheit. Die Gesellschaft mahnt uns, auf vulnerable Gruppen zu achten, wie Ältere oder Kranke. Doch die Realität zeigt, dass dieses System hinkt, denn es vermittelt durch den monatlichen Beitrag den Gedanken „Wir kümmern uns um Deine Gesundheit“. Doch die liegt in unseren Händen. Sie ist Verantwortung und Selbstbestimmung zugleich. Einer der wichtigsten Punkte des Lebens, wenn wir uns die Frage stellen: Wie gesund möchte ich sein?

Miteinander reden, klar und unmissverständlich

Die Fähigkeit, miteinander zu reden hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Das kann jeder täglich spüren. Wir reden weniger miteinander und wenn wir reden, wird weniger auf die Wortwahl geachtet. Ein trauriger Verlust, ist doch die Sprache ein so wundervolles Werkzeug, um sich mitzuteilen. Wir sollten uns Mühe geben, bei dem was wir sagen, selbst bestimmen, welche Worte wir wählen. Gesellschaftliche Normen erschweren teilweise derartig die Kommunikation, das Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich mitteilen sollen. Eine Einbahnstrasse, die weder für die Gesellschaft förderlich ist noch für unser Miteinander.

Tiefgehend betrachtet: Die innere Macht

Tiefgehend betrachtet, geht es um die eigene, innere Macht. Wer Verantwortung abwälzt, gibt diese Kraft ab und somit auch die Chance für ein selbstbestimmtes Leben. Bildlich wird man auf die Strasse geschoben, wo äussere Umstände den Menschen retten sollen. Doch genau das tritt nicht ein, Hilflosigkeit beginnt. Es ist wichtig zu erkennen, dass jeder Schritt in der eigenen Hand liegt. In schwierigen Momenten hilft es, sich zu fragen: Wie kann ich diese Situation lösen? Was ist mein Ziel? Die Gesellschaft profitiert von selbstverantwortlichen Menschen, die stabile Säulen sind.


Zu mir, Daniela Shams Herausgeberin des L4U Magazins:

Mentale Stärke und Persönlichkeitsentwicklung gehörten als junge Frau zu mir. Mit einer schwierigen Kindheit musste ich lernen, innere Blockaden aufzulösen und positive Werte zu erkennen. Diese Transformation dauerte über mehrere Jahre hinweg, beinhalteten einen Psycho-Therapie, und die tiefere innere Auseinandersetzung mit mir selbst. Ein teilweise schmerzhafter Prozess. Wichtige Begleiter waren meine damalige Psychotherapeutin Dr. Evelyn Jannasch, Gary Zukav, Louise L. Hay und Irina Tweedie. Nach dieser tiefgreifenden, inneren Wandlung entschied ich mich später für ein Studium als Gesundheitsberaterin, um mein erlerntes Wissen mit sachlichen Themen wie Anatomie und Krankheitslehre zu erweitern. Eine zusätzliche Weiterbildung schloss ich als Seminarleiterin für Autogenes Training und Oberstufe ab.