Was gehört auf den Kompost? Garten Magazin

Was gehört auf den Kompost?

Wo Nachhaltigkeit beginnt: Was gehört auf den Kompost?

Wer Küchen- und Gartenabfälle clever nutzt, bekommt wertvollem Humus, der zur Bodenverbesserung dient. Hier beginnt definitiv Nachhaltigkeit im Garten und Haushalt. Denn die meisten grünen Abfälle können kompostiert werden. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit der Frage: Was gehört auf den Kompost? Hier herrschen viele Unsicherheiten aber auch Ansichten. Leider glauben noch immer viele Menschen, dass es sich um einen stickenden Abfallhaufen in der Gartenecke handelt. Mit diesem Vorurteil muss Schluss sein! Es ist idiotisch, die Welt aus einer Perspektive zu betrachten, in der nur „Schönes“ einen Wert hat.

Denn meist hat diese Schönheit einen Preis: Sie ist oberflächlich und wenig hilfreich. Statt dessen hilft ein Blick in die Tiefe der Materie, um zu verstehen. In diesem Falle ist es der Kompost. Erst kürzlich sah ich einen Tweet, bei dem mir wirklich das Herz aufging. Mein Kommentar dazu:

Es gibt nichts Besseres als die Natur über einen Kompost zu verstehen.

Daniela Shams
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Schauen wir genauer, welchen Sinn der Kompost macht und welche Funktion er übernimmt. Während des Gartenjahres fallen jede Menge Grünabfälle an. Viele Gartenbesitzer oder Kleingärtner bestellen teure Säcke, um sie dann abholen zu lassen. Gleichzeitig fahren sie mehrmals im Jahre in den Baumarkt, um frische Gartenerde zu kaufen. Wie bitte? Genau an dieser Stelle finden wir den Grund, einen Kompost anzulegen. Denn Grünabfälle sind zwar unansehnlich, werden im Laufe der Zeit aber zu Gold. Zum Gold der Erde. Gute, nährstoffreiche Erde, in der wir das Gemüse anbauen, das uns ernährt.

Richtig kompostieren ist nicht schwer. Sie nutzen Gemüse- und Gartenabfälle sinnvoll während der gesamten Gartensaison. Und man muss keine Wissenschaft daraus machen. Wäre der Naturkreislauf so kompliziert, wie er zuweilen dargestellt wird, hätte er nicht Jahr Millionen überleben können. Um zu verstehen, was auf einen Kompost gehört, muss man wissen, wie er funktioniert.

Wie funktioniert ein Kompost?

Das Kompostieren wird als Verrottungsprozess bezeichnet. Dabei werden Nährstoffe aus organischem Material wie frischen Küchenabfällen unter Einbeziehung von Sauerstoff und heterothopher Bodenlebewesen abgebaut. Wie einfach und gut dieses Prinzip funktioniert, zeigt der Waldboden. Die jährlich abfallenden Blätter verrotten langsam, das Ergebnis ist ein nährstoffreicher, weicher Boden. 

Wichtige Helfer sind Regenwürmer, Engerlinge und andere Insekten, die sich von den Grünabfällen im Kompost ernähren und somit die Rotte unterstützen. Wenn Sie grosse, weisse Engerlinge in Gemüsebeeten finden, werfen Sie diese einfach auf den Kompost. Die Käferlarven finden dort die besten Bedingungen für ihre Wachstumsphase vor. Dort, wo sich Insekten ernähren, gehört deshalb auch nichts chemisches hinein. Auch keine Zigarettenkippen! Nochmal: Ein Kompost ist kein Abfallhaufen!

Was gehört auf den Kompost?

Was gehört in den Kompost?

Wichtig ist jetzt die Basis: Das WIE Sie den Komposthaufen anlegen. Denn zwischen all den Abfällen aus Garten und Küche muss die Sauerstoffversorgung gewährleistet sein. Dies erreichen Sie am einfachsten, indem Sie als unterste Schichte dünne Zweige aufeinanderlegen. Sobald Sie im Herbst oder Frühling Ihre Bäume beschneiden, werden auch diese Grünabfälle sinnvoll verwendet. Selbst dann, wenn im Sommer grosse Mengen an Rasenschnitt und Pflanzenresten anfallen, unterstützen Sie den Verrottungsprozess, indem Sie dünne Zweige als Schicht auf den Komposthaufen geben.

Drei wichtige Faktoren für den Komposthaufen

  1. … sind Sauerstoff, Feuchtigkeit und Lockerung der Gesamtmenge. Hin und wieder den Kompost zu belüften fördert die Verrottung. Dabei wird vor allem das Risiko zur Fäulnis reduziert. Denn das gebrauchen Sie gar nicht. Schimmelnde Abfälle ergeben keinen guten Humus.
  2. Wärme und Feuchtigkeit sind die Voraussetzung für die Rotte. Sie können diese Wärmeentwicklung fördern, indem Sie einen halbschattigen Standort auswählen. Unter oder in der Nähe eines großen Baumes oder einem Schatten spendenden Platz kann der Verrottungsprozess beginnen.

Was gar nicht auf den Kompost kommt …

3. … sind gekochte Küchenabfälle! Die chemische Struktur ist durch den Kochvorgang zerstört, gekochtes Gemüse ist also aus Gärtnersicht „tot“. Hier entwickeln sich keine Mikroorganismen mehr. Im Gegenteil. Der Geruch gekochter Lebensmitteln zieht Kleintiere an. Auch Fleisch, Knochen oder Fisch gehören in die Abfalltonne. Mit solchen Komponenten entwickelt sich ein unangenehmer Geruch. Zusätzlich kann es passieren, dass Sie Ratten oder Mäuse anziehen. Auch Marder oder Füchse fühlen sich eingeladen und sehen den Komposthaufen als Nahrungsquelle an. Deshalb:

Niemals gekochte Lebensmittel auf den Kompost! Nudeln oder gekochte Kartoffeln ziehen Ratten und andere Tiere an.

Umweltfreundlich und nachhaltig: Frischer Kompost direkt vom Kompost | Photo credits: Pixabay.com Lizenz CC0 Public Domain

Frischer Humus vom Kompost, Holzkomposter kaufen

Sobald Sie Ihren Komposthaufen anlegen, sollten Sie alle möglichen Zutaten kennen, die zur Verrottung gegeben werden können. Grundsätzlich sollten Küchen- und Gartenabfälle in der richtigen Mischung zueinander stehen. Das bedeutet, dass alle ungekochten Abfälle wie Kartoffelschalen, Apfelkern, Teebeutel (ohne Metallklammer) und auch Kaffee auf den Kompost kommen.

Salat und Kaffee in den Kompost

Über den Kaffee im Kompost freuen sich später Ihre Pflanzen. In der gesamten Mischung wird der Anteil an Kaffeesatz genau richtig sein. Wenn Sie Salat oder Gemüse zubereiten, können Sie all diese Küchenabfälle kompostieren. Nutzen Sie eine Schüssel, die am Ende des Tages zum Kompost gebracht wird. Wenn Sie statt dessen einen Mülleimer verwenden, sollten Sie bedenken, dass Küchenabfälle spätestens nach zwei Tagen zum Komposthaufen kommen, ansonsten schimmeln die angesammelten Gemüsereste schnell.

Bei dem Verrottungsprozess werden wichtige Mineralstoffe freigesetzt, die später als natürlicher Dünger genutzt werden. Dazu gehören vor allem Phosphate, Nitrate, Magnesium- oder auch Kaliumverbindungen. Nach der Verrottungsphase entsteht der Humus, der all diese wichtigen Nährstoffe enthält und nun als natürlicher Dünger für Blühpflanzen, Obst und Gemüse eingesetzt werden kann. In der Regel bietet es sich an, im Frühjahr den Kompost umzusetzen, also auszusieben. Die noch grossen Stücke werden vom feinen Humus getrennt, diese gute und frische Erde wird dann im Garten verteilt. Alle Pflanzen wollen jetzt gute Nahrung! Die Beerensträucher, Stauden und natürlich das Gemüsebeet.

Statt Gartenerde aus dem Baumarkt zu kaufen, wird der Boden mit frischem Humus angereichert. Wer das zum ersten Mal macht, wird schnell feststellen, wieviel dieser guten Erde gebraucht wird und was der Kompost abwirft.

Wie werden Gartenabfälle zu wertvollem Kompost?

Für den Naturdünger sind unterschiedliche Materialien wichtig. Dazu gehören vertrocknete Blumen, abgeschnittene Pflanzenreste, das Schnittgut von der Hecke und selbst Unkraut. Rasenschnitt auf den Kompost? Ja, wenn er nicht in zu dicken Schichten aufgelegt wird! Geschnittenes Gras schimmelt leicht, deshalb sollten Sie das Schnittgut in dünnen Schichten auflegen. Auch das Herbstlaub dient der Rotte. Das mühevolle Entsorgen in Abfalltüten inklusive der Kosten entfällt.

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Neben Kompost gibt es noch einen natürlichen Dünger, Brennnesseljauche

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Was gehört auf den Kompost? Alle Gartenabfälle!

Je nach der Menge von Grünabfällen, die im Garten anfallen, kann es notwendig werden, dass Sie sich einen zweiten Holzkomposter oder einen größeren Komposter aus Metall anschaffen. Dennoch sollte sich im Laufe der Zeit eine hohe Menge von Grünabfall ansammeln. Denn hier im Inneren befindet sich das Zentrum der Verrottung. Hier entwickeln sich Mikroorganismen, arbeiten Regenwürmer an der Verrottung der Abfälle. In den Sommermonaten entstehen durch die entstehende Wärme bis zu 70 °C im Inneren. Somit werden schädliche Bakterien abgetötet, ein wichtiger Faktor, der erklärt, warum sich der entstehende Humus zu exzellentem Dünger entwickelt.

Auch bereits getrocknetes Gras oder Stroh können Sie beimischen. Diese Materialien reduzieren die Hitze im Komposthaufen und sind ideal, wenn sie im Sommer hinzugegeben werden. Aus gleichem Grund ruht die Rotte während des Winters. Die kalten Temperaturen stoppen den Verrottungsprozess. Für die Vorbereitung des Gemüsebeets wird deshalb im Herbst frischer Humus in die Erde eingearbeitet. Die Nährstoffe verteilen sich und der Boden steht zur neuen Gartensaison wieder mit neuer Kraft zur Verfügung.

Kann ich Blätter oder Stroh kompostieren?

Aber ja. Blätter eignen sich wunderbar für den Kompost. Aber auch später in der Verrottung spielen sie eine wichtige Rolle. Denn Blätter nehmen viel Feuchtigkeit auf, was für den Verrottungsprozess und die Temperatur im Inneren wichtig ist. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass nicht nur Blätter aufeinander gestapelt werden. Sollten Sie in Ihrem Garten unendlich viel Blattlaub haben, dann legen Sie eine Schicht dünner Zweige ein. Die Zweige sorgen dafür, dass kleine Lufttaschen im Inneren entstehen, damit das Blattlaub nicht verschimmelt. (Gleiches gilt übrigens für Rasenschnitt). Auch Stroh kann auf den Kompost. Stroh macht sich immer gut, wenn der Kompost zu nass ist. Dann nimmt das trockene Stroh die Feuchtigkeit auf und sorgt somit wieder für eine homogene Masse. Auch als eine der untersten Schichten macht sich Stroh gut. Erst grössere Zweige in den Komposter legen, dann eine dicke Lage Stroh. So bekommt der Kompost die notwendige Luft von unten, was positiv für das gesamte Mikroklima ist.

Mit Blattlaub den Boden verbessern

Halb verrottetes Blattlaub eignet sich wunderbar, um schwache oder sandige Böden zu verbessern. die kompakte Masse verbessert den Boden und bringt wie ein Langzeitdünger Nährstoffe in den Boden ein. Wer einen schlechten Boden hat, oder Starkzehrer wie Kartoffeln oder Kohlgemüse anbauen will, ist mit halb verrottetem Humus gut beraten.

Der grösste Kompost, den wir kennen, ist der Wald

Der Wald zeigt uns, wie ein natürlicher Kompost funktioniert. Abfallende Blätter verbleiben vom Herbst an auf dem Boden. Im Laufe der Jahre entsteht der typisch weiche Boden mit aromatischem Duft. Hier kompostieren sich Kleinäste, Nadeln und Blätter auf natürliche Art und Weise. Auch der Geruch ist angenehm, es ist der typische Waldgeruch, der durch den Verrottungsprozess in Kombination mit Feuchtigkeit entsteht. Wohl auch deshalb wachsen und gedeihen hier nicht nur die Bäume, sondern auch Pilze und Farne. Allein der Wald beantwortet ganz klar die Frage, was auf den Kompost gehört. Gleiches geschieht im Garten.

Vorteile des Kompostierens

Schnelle Entsorgung

Alle frischen Zutaten, die in der Küche anfallen, können kompostiert werden. Sie müssen weder auf das Abholen noch auf das Entleeren von Tonnen warten. Alle Grün- und auch die Küchenabfälle sind direkt am richtigen Platz.

Kosten sparen

Gartenabfälle werden im Komposter entsorgt. Während Ihr Gartennachbar vielleicht noch teure Säcke zur Entsorgung von Laub und Rasenschnitt kauft, sparen Sie sich als cleverer und umweltfreundlicher Hobbygärtner das Geld und legen es in hübsche Gartendekorationen oder den neuesten Grill an.

Geringer Anschaffungspreis

Einen Komposter aus Holz kaufen Sie schon ab 20 Euro. Diese einfachen Modelle eignen sich gut als Holzkomposter und sind innerhalb weniger Minuten aufgebaut. Komposter aus Metall oder Schnellkomposter werden in verschiedenen Grössen angeboten. Hier entscheidet die Grösse des Gartens über das jeweilige Modell.

Hinweis: Wenn Sie nachhaltig leben wollen, kaufen Sie hochwertige Produkte mit längerer Nutzungsdauer. Das spart Geld und Ressourcen.

Vergleichen Sie einfach den Preis für Entsorgungssäcke mit dem eines Komposters aus Holz, Plastik oder Metall und Sie werden schnell merken, welche Variante günstiger für Sie ist.

Produktempfehlung Amazon: Der Holzkomposter

Entscheiden Sie sich für Qualität, wenn Sie einen Holzkomposter kaufen möchten. Gutes Holz bietet mehr Stabilität und ist robuster gegen Witterungseinflüssen. Entscheiden Sie sich deshalb für hohe Qualität, wenn Sie einen Komposter kaufen möchten. Hier zwei Modelle, die sich für einen Kleingarten oder einen grossen Garten eignen. Wichtige Faktoren wie Licht, Wärme, Feuchtigkeit und leichte Handhabung sind mit diesen Kompostern gegeben.

Auf Du und Du im Einklang mit der Natur

In der Landwirtschaft wie auch im privaten Garten reduziert die Bodenverdichtung die Qualität des Bodens. Mit dem frischen Humus wird eine Bodenverbesserung erreicht. Somit können sich die Wurzeln besser entwickeln, was zu einem optimalen Wachstum der Pflanzen führt.

Nachhaltigkeit im Garten beginnt bei der Wiederverwendung von Grünabfällen

Insgesamt verbessert sich die Bodenbeschaffenheit und der Anteil der Nährstoffe. Dies führt dazu, dass Sie Kosten für Düngemittel sparen. Im Sinne nachhaltiger Gartenarbeit steht das kompostieren an erster Stelle. Nicht zuletzt wird durch die Wiederverwendung grüner Abfälle der Naturkreislauf geschlossen. Auch das Trinkwasser im Boden wird nicht durch zusätzliche Düngemittel belastet. Vor allem ausgelaugte Böden profitieren von frischem Humus. In Regionen, in denen vorwiegend sandige Böden im Garten zu finden sind, ist frischer Kompost ein Segen. Dank dieser Bodenverbesserung gedeihen Pflanzen weitaus besser.

Auf einen Blick FAQ – Viele Fragen & Antworten zum Kompost

Dürfen gekochte Kartoffelschalen auf den Kompost?

Nein! Durch das Kochen haben sie ihre Fähigkeit zu verrotten, verloren. Im besten Fall schimmeln die gekochten Kartoffelschalen auf dem Kompost und ziehen Mäuse, Ratten, Füchse oder Waschbären an.

Darf rohes Fleisch auf den Kompost?

Jein. Theoretisch ja, es ist allerdings etwas unappetitlich, zumal rohe Fleischstücke anfangen zu riechen. Im kleinen Schrebergarten oder Familiengrundstück nicht sehr angenehm. Ausserdem besteht die Gefahr, dass durch den Geruch Tiere angezogen werden, die sich über das Fleisch freuen. Ratten oder Füchse wiederum sind auch Krankheitsübertrager. Daran sollte man denken.

Dürfen Reste vom Mittag oder Abendessen auf den Kompost?

Nein, nein, nein. Gekochte Lebensmittel welcher Art auch immer gehören nicht auf den Kompost. Aus einem einfachen Grund: Sie können nicht mehr verrotten, sondern zersetzen sich nur. Daraus entsteht kein wertvoller Humus mehr.

Darf Kleintier- oder Katzenstreu auf den Kompost?

Nein, eher nicht. Es handelt sich hierbei um keine natürlichen Abbauprodukte.

Dürfen Pflanzenteile mit Mehltau auf den Kompost?

Besser nicht. Die Sporen des Mehltau können im Kompost verbleiben und unter Umständen noch im nächsten Jahr Pflanzen befallen. Andererseits ist Mehltau auch immer ein Zeichen für ein Ungleichgewicht von Feuchtigkeit.

Darf Rosenschnitt auf den Kompost?

Ebenfalls besser nicht. Die kleinen Dornen könnten noch im nächsten Jahr für unangenehme B

Dürfen kranke Pflanzenteile auf den Kompost?

Auch hier ein klares Nein. Die Sporen oder Erreger auf den Pflanzen könnten auf dem Kompost überleben und später andere Pflanzen anstecken. Kranke Pflanzenteile am besten im normalen Müll entsorgen.

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