Was passiert mit Afrika, wenn alle den Kontinent verlassen?

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Hilfe für Afrika zum Beispiel, indem Sie Bio-Produkte aus Afrika kaufen | Photo by Annie Spratt on Unsplash

Der Streit eskaliert. Eine riesige Polemik, die den Menschen, die Arbeit suchen und zu Flüchtlingen werden, nicht weiterhelfen. Kein anderes Land ist derzeit so zerrissen wie Deutschland. Verbal ist längst der Ausdruck von „bis auf´s Blut streiten“ erreicht. Doch das ist eine andere Diskussion. 

Man muss weder Politik studiert haben, noch Mathematiker sein um zu verstehen: In ein Gefäß mit Volumen von 100 ml passen keine 500 ml. Und damit lenke ich den Fokus auf die Frage:

Wie wird den Menschen heute in ihren Heimatländern geholfen? 

Europa: Eigene finanzielle Interessen hinten anstellen!

Es liegt auf der Hand: Bestehende Kooperationen reichen nicht aus, um dem Grossteil der Menschen in Afrika Arbeit zu geben. Doch die Menschen wollen arbeiten! In ihrer Heimat. Dort, wo sie verwurzelt sind.

Europäische Hilfe für Entwicklungsländer kann nur wirksam sein, wenn die Intension die Hilfe zur Selbsthilfe ist und der eigene Gewinn nicht unter dem Deckmantel repräsentativer Organisationen versteckt wird.

Deshalb muss die Hilfe zur Selbsthilfe effektiver werden!

Wir als Verbraucher, in der Schweiz, in Deutschland, Luxemburg, Liechtenstein, Belgien, Italien, Österreich und Frankreich – können einen Teil dazu beitragen, dass Menschen bei ihren Familien bleiben können. Denn es sind viele, die den warmen Kontinent Afrika nicht verlassen wollen aber dennoch Geld zum Leben benötigen. Ich beobachte den Markt und habe festgestellt, dass es europäisch-afrikanische Kooperationen gibt, die einerseits Menschen in ihren Heimatländern Arbeit geben und andererseits dem Wunsch nach nachhaltigen biologisch angebauten Produkten nachkommen. Hier finden wir die Basis für ein neues Leben, denn … 

Ich glaube an den Menschen …

… und weiss, dass viele lieber in ihrem Heimatland arbeiten würden, als in Europa – fern von der Familie und der eigenen Kultur – Geld zu erhalten. Es steckt in der Natur des Menschen, dass er etwas mit seinen Händen schaffen möchte. Der Link führt Sie zu Projekten in Afrika. Hier geht es insbesondere darum, Selbstständigkeit für ein unabhängiges Leben aufzubauen. Wasser, Nahrung, gutes Saatgut und die Fähigkeit, Lesen und Schreiben zu können.

Gestern und Heute: Europas Politik schafft Flüchtlinge!

Dessen sollten Sie sich bewusst sein. Die Ursache der Armut liegt u.a. in der ausbeuterischen Politik der letzten fünf Jahrzehnte. Wirtschaftsabkommen und EU-Freihandelsabkommen haben die eigenen, finanziellen Interessen im Fokus. Ausnahmslos und gnadenlos. 

Das muss sich ändern! Sofort

Wirtschaftsschwache Kontinente bleiben auf der Strecke. Zwei Beispiele verdeutlichen die Menschen fressende Wirtschaftsmacht Europa: Hühnerabfälle (Innereien, Flügel, Füße), die in Europa nicht erwünscht sind, werden billig nach Afrika verschifft. Die Entsorgung der Abfälle vor Ort wäre teuer als die Verschiffung nach Afrika! Am Ende werden sogar noch Kosten gesenkt, indem die Abfälle unter Begriffen wie „Wirtschaftsabkommen“ an hungrige Afrikaner verkauft werden. Dort wird das „Hühnerfleisch“ so billig verkauft, dass Einheimische ihre eigenen Hühner nicht mehr loswerden, da das frische Hühnerfleisch dem europäischen Billigpreis nicht standhalten kann. Farmer verlieren Einkommen und Arbeit. 

Eine Option: Kaufen Sie ganze Hühner! 

Europäische Regierungen bzw. privatwirtschaftliche Unternehmen tragen deshalb einen massgeblichen Teil an der Armut der Menschen. Jeder, der allein die hübsche Hühnerbrust oder Hühnerschenkel aus dem Kühlregal nimmt, trägt dazu bei, dass andere Hühnerteile gar nicht erst auf den europäischen Markt kommen. Eine mögliche Lösung: Kaufen Sie stattdessen ein ganzes Huhn, zerteilen und kochen Sie eine gute Hühnerbrühe. Die wird eingeweckt oder eingefroren. Schont darüber hinaus auch Ihren Geldbeutel und ist ökologisch wertvoller als fertige Hühnerbrühe. 

Freihandel – Der Weg in die Armut

Ein weiteres Beispiel sind Kooperationen, die für Bauern der Dritten Welt geschaffen wurden. Mit oberflächlich gut aussehenden Freihandelsverträgen werden Rahmenbedingungen für einen ungerechten Deal geschaffen. Europa importiert darin das eigene Gemüse in die Dritte Welt und sichert sich langfristig Gewinne. Für Bauern in Kamerun ist es so gut wie unmöglich, ihre eigenen Zwiebeln verkaufen, da diese nun aus Europa kommen. Dank vertraglicher Vereinbarungen mit der EU wird ihnen gesagt, was sie anbauen dürfen – als wüssten es die Europäer besser. Um den Verfall der eigenen Wirtschaft zu verhindern, wären höhere Importzölle möglich, doch solche Optionen hat die EU vorsorglich vertraglich verhindert. So sichert sich die EU auf Jahre hinaus ihre Gewinne durch Exporte, während Entwicklungsländer an selbiger Hundeleine hängen und verhungern. Die Bauern haben keine Chance – und begreifen langsam, dass diese Verträge nicht das Papier wert ist, auf dem sie geschrieben sind.

Der Wunsch vieler Menschen: Arbeit in der Heimat! 

Sie wollen arbeiten, wollen mit ihren Familien leben und wachsen. Sie brauchen eine faire Chance. Es gibt immer Möglichkeiten, man muss sie nur finden. Als Herausgeberin des Lifestyle4unique Magazins stehe ich für Unabhängigkeit und individuellen Lebensstil. Meine Entscheidung geht jetzt aus dem privaten in den beruflichen Bereich. Ab sofort platziere ich Werbeplätze für Kooperationen und Unternehmen, die Betriebe in Afrika, Südostasien und Lateinamerika unterstützen. Die dafür sorgen, dass diese Bauern biologisch arbeiten – ohne Pestizide, für ein gesundes Leben ohne Grenzen – im doppelten Sinne. Ohne Pestizide erkranken Bauern nicht an verwendeten Giften und können ihre biologischen Produkte weltweit verkaufen, was Ihnen wiederum zugute kommt. Wer ohnehin biologische Produkte kauft, kann sie auch von Bauern aus Afrika oder Asien kaufen, nicht wahr? 

#Menschsein – Füreinander da sein

Ich bin ein Mensch

Leben retten beginnt, wenn Menschen nicht mehr ihr Zuhause verlassen müssen

Fakt ist auch: Deutschland allein wird die Welt nicht retten. Die Unterstützung muss aus allen Ländern kommen. Persönlich empfinde ich den Kauf von Produkten besser, weil zur Herstellung die Arbeitskraft des Menschen notwendig ist. Menschen, die abends ins Bett gehen und wissen, dass sie gute Arbeit geleistet haben, sind glücklicher als wenn sie täglich einen Teller Maismehl in die Hand gedrückt bekommen. Bei dem Blick in den Spiegel sollte sich Jeder gut fühlen und wissen: „Ich habe etwas geschaffen. Heute war es ein kleines Stück, doch morgen kann es schon grösser sein. Ich arbeite daran, dass ich morgen mehr schaffen kann als heute.“

Bauen wir ein Netz gegenseitiger Unterstützung. Bewusst leben heisst auch bewusst einkaufen. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für den Kauf von Trockenfrüchten aus Afrika oder unterstützen Sie eine Kooperation, die vor Ort zum Beispiel Wasserbrunnen baut oder dafür sorgt, dass regionales Saatgut verwendet wird und Bauern durch ausländisches Saatgut nicht in Abhängigkeit gebracht werden. Einen weiteren, interessanten Artikel zum aktuellen Thema empfehle ich an dieser Stelle weiter. Für die eingeblendeten Anzeigen der Organisationen erhält das Magazin keine Einnahmen.

In diesem Sinne: Geben wir uns die Hände, Mensch zu Mensch. Denn jede Hand überwindet eine Grenze.

Herzliche Grüsse, Ihre Daniela

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Über Daniela 219 Artikel
Daniela Shams ist Journalistin, Autorin und seit 2015 die Herausgeberin des Online Magazins Lifestyle4unique.