von Daniela Shams
Viele Menschen erleben es täglich: Die Wunden heilen nicht. Es stecken oft Infektionen, Durchblutungsstörungen oder Erkrankungen wie Diabetes dahinter. Kleine Wunden, die sich nicht schliessen, deuten auf ähnliche Ursachen hin, etwa eine geschwächte Abwehr oder unzureichende Nährstoffzufuhr. Um Wunden besser und schneller heilen zu lassen, ergänzt die Kaltplasmatherapie die Standardbehandlung: Sie eliminiert Keime um über 99,9 Prozent, regt Zellwachstum an und steigert die Durchblutung, was Studien eine doppelt so schnelle Heilung belegen. Basierend auf Erkenntnissen bis September 2025 beleuchten wir, warum Wunden schlecht heilen und wie diese Therapie unterstützt.
Die Grundlagen der Kaltplasmatherapie
Die Kaltplasmatherapie erzeugt kaltes atmosphärisches Plasma durch Ionisation von Gasen wie Argon bei Raumtemperatur. Es bildet reaktive Sauerstoff und Stickstoffverbindungen sowie UV Strahlung, die Keime abtöten, Entzündungen mindern und die Regeneration fördern, ohne das Gewebe zu schädigen. Seit 2013 gelten Kaltplasmaquellen in Deutschland als Medizinprodukte der Klasse IIa, zugelassen für infizierte oder chronische Wunden.
Die S2k Leitlinie der AWMF von 2022, die bis Februar 2027 gilt, empfiehlt sie als Ergänzung zur Basisversorgung. IQWiG Berichte aus 2025 analysieren klinische Studien zur Wundtherapie und heben die Notwendigkeit besserer Evidenz hervor, inklusive physikalischer Methoden wie Kaltplasma. Für 2025 liegt ein OPS Vorschlag vor, der Plasma Patches für Ulcera cruris, diabetische Fussulzera oder Dekubitus standardisieren soll.
Warum heilen Wunden nicht und wie funktioniert die Kaltplasmatherapie?
Wunden heilen schlecht, wenn Infektionen, ungenügende Versorgung oder Grundkrankheiten die Heilungsphasen stören: Entzündung, Vermehrung und Umgestaltung geraten ins Stocken. In Deutschland leben rund eine Million Menschen mit chronischen Wunden, was durch die alternde Gesellschaft zunimmt.
Die Kaltplasmabehandlung trägt Plasma auf die Wunde auf, wo es Bakterien um über 99,9 Prozent reduziert, indem es Poren in Zellwänden öffnet. Menschliche Zellen bleiben geschützt, Wachstumsfaktoren werden aktiviert. Eine Sitzung dauert ein bis zwei Minuten, mit leichtem Kribbeln, aber ohne Betäubung. Fachleute schlagen zwei bis drei Anwendungen wöchentlich über vier bis fünf Wochen vor. Studien aus 2025 verbinden sie mit Debridement, um Sekret zu kontrollieren und die Heilung zu verbessern.
Anwendungsgebiete der Kaltplasmatherapie bei nicht heilenden Wunden
Bei chronischen Wunden aus Diabetes, Venenschwäche oder Lagerschäden kommt die Kaltplasmabehandlung zum Zug. Sie löst abgestorbenes Gewebe, stoppt Infektionen und baut neues Gewebe auf.
Kliniken wie die Zentralklinik Bad Berka wenden sie seit 2021 bei diabetischen Wunden und postoperativen Störungen an, mit kürzeren Aufenthalten durch bessere Sauerstoffzufuhr. In der Dermatologie mildert sie Akne, Rosazea oder Neurodermitis. Die Universitätsklinik Bonn erforscht sie für intraorale Wunden, etwa bei tumorösen Veränderungen. Kosmetisch strafft sie die Haut, verringert Falzen oder beseitigt Pigmentflecken mit dem PlasmaPen. In Städten wie Berlin oder München ergänzen Praxen sie zu anderen Massnahmen. In der Tiermedizin reinigt sie Tierverletzungen.
Spezifische Methoden in der Kaltplasmatherapie für langsam heilende Wunden
Der Ablauf der Kaltplasmatherapie startet mit der manuellen Reinigung der Wunde, dann folgt ein steriler Halter und die Plasmafreisetzung. Kontaktlos oder nah am Gewebe, passt sie zu Debridement oder Verbandswechsel.
IQWiG Analysen aus 2025 koppeln mechanisches, autolytisches oder enzymatisches Debridement. Sie verringert den Antibiotikabedarf: Eine Bochumer Studie von 2023 senkte ihn von 23 auf vier Prozent. Bei Hautleiden richtet sie sich auf befallene Stellen, mit Betonung auf Keimabbau. Kosmetische Formen setzen niedrigere Dosen für oberflächliche Wirkungen ein.
Spezialisten aus Angiologie, Dermatologie oder Chirurgie leiten sie, übertragen sie aber an ausgebildetes Pflegepersonal. Hersteller wie neoplas med schulen Anwender. Der GBA testet seit 2021 ihr Potenzial als gesetzliche Leistung, mit laufenden Erprobungen zu störrischen Wunden. Meist privat bezahlt, könnte sie 2025 zugänglicher werden.
Studien und Evidenz zur Kaltplasmatherapie bei Wunden, die nicht verheilen
Studien aus 2024 und 2025 untermauern die Stärke. IQWiG Reports zeigen schnellere Heilung und bessere Lebensqualität durch weniger Schmerzen. In Bochum schlossen sich Wunden doppelt so rasch.
Der GBA Beschluss von 2021 treibt reale Anwendungsstudien voran, um den Nutzen der Kaltplasmatherapie bei chronischen Wunden zu prüfen. Bei der Kaltplasmatherapie treten in der Regel keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf, was sie zu einer besonders schonenden Option macht. Patienten berichten gelegentlich von leichten Rötungen oder einem vorübergehenden Wärmegefühl an der behandelten Stelle, die rasch abklingen und keine bleibenden Schäden verursachen.
Studien bestätigen, dass die Therapie schmerzfrei verläuft und keine Medikamente erfordert, was sie auch für sensible Haut geeignet macht. Forscher rufen zu umfassenderen Langzeitdaten auf, da viele Untersuchungen auf kleinen Gruppen basieren und evidenzbasierte Standards für die Anwendung fehlen.
Zukunft der Kaltplasmatherapie für besser heilende Wunden
Die Kaltplasmatherapie gewinnt an Schwung. Mit GBA Erprobungen und Neuentwicklungen wie erweiterten Applikatoren in Bochum wächst ihre Praktikabilität. Wirtschaftlich vorteilhaft durch kürzere Behandlungszeiten, formt sie die massgeschneiderte Wundversorgung.
Entdecken Sie ergänzende Innovationen in der Wundheilung wie MatriDerm, das 2023 in Indien als eine der besten Healthcare-Marken ausgezeichnet wurde.
In welchen europäischen Ländern wird die Kaltplasmatherapie angewendet?
Die Kaltplasmatherapie findet in mehreren europäischen Ländern Anwendung, vor allem in Deutschland, wo sie in Kliniken wie der Medizinischen Hochschule Hannover routinemässig bei multiresistenten Keimen und chronischen Wunden eingesetzt wird.
In den Niederlanden testet und appliziert das Unternehmen Plasmacure das Gerät PLASOMA in klinischen Studien für Wundheilung, mit CE Zertifizierung für den gesamten EU Markt. Weitere Zentren bestehen in der Schweiz durch ActivCell Group und in Österreich via Terraplasma Medical, wo portable Geräte für ambulante Behandlungen entwickelt werden.
Dank der EU Medical Device Regulation ist sie in allen Mitgliedstaaten verfügbar, mit wachsendem Einsatz in Nord und Westeuropa.
Zusammenfassend zeichnet sich die Kaltplasmabehandlung durch präzise Effekte aus. Sie treibt Heilung voran, wo herkömmliche Wege ins Leere laufen, und schafft Optionen für Betroffene. Ein Austausch mit dem Arzt bringt Orientierung.
Disclaimer: Die in diesen Artikeln enthaltenen Informationen dienen ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und ersetzen keine professionelle, medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden oder Verdacht auf Erkrankungen stets einen qualifizierten Arzt. Die genannten Symptome, Auslöser und Empfehlungen sind allgemeine Hinweise und keine individuelle medizinische Anleitung. Das Magazin übernimmt keine Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Informationen getroffen werden, oder für mögliche gesundheitliche Folgen. Die Verantwortung für Änderungen in der Ernährung oder Lebensweise liegt allein beim Leser.


