Was ist mit dem Wetter los? Nichts, wir haben nur Winter!

Wetter: Schnee im Januar, was sagen die Bauernregel
Können wir uns noch auf alte Bauernregeln verlassen? Foto: Pixabay.com

Wer heute zur Generation 35+ gehört, wird bei den Nachrichten in diesen Tagen wohl ein wenig die Stirn runzeln. So jedenfalls geht es mir. Denn: Es schneit! Nicht möglich, und das mitten im Januar. Nicht nur das die weiße Pracht das ganze Land verschönert, vielmehr ist es auch noch kalt! Ja, ist es denn möglich? Die Nachrichten um Temperaturen und Schneefall klingen nach ungewöhnlichen Situationen, nach aufregenden Tagen und ich frage mich, was in den Nachrichtenzentralen eigentlich passiert ist.

Wetter: Kennt noch wer richtige Jahreszeiten?!

Noch vor 30, 40 Jahren war der Winter im Dezember, Januar und Februar völlig normal. Es war kalt, alle waren dick und mit Mütze und Handschuhen angezogen. Schnee und Minusgrade. Auch starke Winde waren an der Tagesordnung. Die Winterferien im Februar verbrachte ich tagtäglich auf der Eisbahn. Ein freundlicher Herr stand jeden Abend auf dem Fußballfeld und spritzte Wasser auf das Sportfeld. Am nächsten Morgen war es zu einer herrlichen Eisbahn angefroren. Direkt nach dem Aufstehen rannte ich als Kind zum Fenster und schaute auf die gegenüber dem Haus liegende Bahn. Schnell frühstücken und dann die Schlittschuhe angezogen. Bis zum Mittagessen verbrachte ich meine Zeit dort. Das gleiche wiederholte sich direkt nach dem Essen bis zum Einbruch der Dunkelheit. Und es war kalt, und verschneit. Winter eben.

Anzeige

Was uns alte Bauernregeln über das kommende Wetter sagen 

Alte Bauernregeln beschreiben im Grunde sehr gut, was man vom Wetter halten kann. So zumindest noch bis vor Jahrzehnten. Die Prognosen für Ernte und Sommermonate waren meist punktgenau. Ein Beispiel:

„Januar je kälter und heller, Scheune und Fass um so völler.“

Knackige Temperaturen und Sonnenschein möchte dieses Sprichwort für den Januar wohl vermitteln. Freundliche Tage, wenn auch kalt sagten einen warmen, trocknen Sommer voraus und einer guten Ernte, die für eine volle Scheune der Bauern sorgten. Mit Sommer sind hier die Monate Juli und August gemeint.

Auch die Weinbauern hatten ihre eigenen Bauernregeln. Am 22. Januar wird Sankt Vinzenz geehrt, dem Schutzpatron der Weinbauern. Bauernregeln wie

„Vinzenz Sonnenschein füllt die Fässer mit Wein.“ oder

„Sankt Vinzenz heller Tag verheisst ein gutes Jahr.“

nehmen den 22. Januar als Messung für das kommende Weinjahr. Ein strahlend schöner Tag mit Sonnenschein und ohne Regen verhiess demnach eine gute Weinlese. Schauen wir mal, was das Wetter uns bringt, vielleicht wird es ja ein spektakuläres Weinjahr. In jedem Falle ist Ende Januar der richtige Zeitpunkt, um das Saatgut zu überprüfen und die Gartenplanung auf Vordermann zu bringen. 

Die Welt ist sprichwörtlich ein bisschen verrückt

Es stürmt und schneit dieser Tage. Im Grunde genommen nichts Ungewöhnliches. Doch es scheint, als seien die Menschen bereits an das milde Klima der vergangenen Jahre gewöhnt. Wo vorher von Klimawandel gesprochen, vermisse ich einen positiven Ton darüber, dass endlich wieder einmal ein richtiger Winter herrscht. Denn auch der Schnee und die Minustemperaturen sind wichtig für den Naturkreislauf. Was also ist los mit den heutigen Nachrichten, wenn sie beim Wetterbericht über die Haare der Moderatoren reden? Die sind im Wintersturm zerzaust? Nicht möglich, es ist Winter! Wenn Schneefall mitten im Januar für nahezu Breaking-News sorgt, dann sind wohl die Jahreszeiten in den Köpfen der Menschen verloren gegangen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen tolles Wetter und einen schönen Tag. Bewegen Sie sich, dann wird es wärmer!