Mein #Lieblingsbuch | Ein Tweet geht auf Reisen

Kolumne, aktuell, deutsch, Generation 35+
Der #Lieblingsbuch Tweet hat viele, schöne Erinnerungen hervorgebracht. Photo Credits: Pixabay

In Büchern versunkene Kinder, wunderbar!

In Geschichten eintauchen, Charaktere erkennen, sich selbst wiederfinden und in der Fantasie innige Freundschaften mit den Hauptfiguren entwickeln. Dann ist es möglich, eine Freundin von Hanni & Nanni zu sein oder Robinson Crusoe auf seinen einsamen Streifzügen zu begleiten. Gerade haben wir im Tweet #Lieblingsbuch erlebt, wie gut sich Kindheitserinnerungen mit Büchern anfühlen! 

Es sind keine Studien notwendig, um zu verstehen, was Lesen in der Kindheit bedeutet. All die Märchen und Geschichten haben einen ganz natürlichen Lerneffekt. Wächst daraus nicht auch die Authentizität eines Menschen? 

#Lieblingsbuch weckt Erinnerungen

Der Tweet #Lieblingsbuch hat sich in kürzester Zeit zu einer bunten Kiste liebevoller Erinnerungen entwickelt. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an alle, die von ihrem Lieblingsbuch erzählt haben! Beim Lesen der Tweets tauchten Bilder auf, vergessene Bücher erschienen vor dem inneren Auge und lösten Emotionen aus. 

Bücher überwinden Brücken

Ohne auf Alter und Herkunft zu achten, haben sehr viele die Bücher von Karl May verschlungen. Interessanterweise kommen dann auch schnell Nesthäkchen, Hanni & Nanni und der Zauberer der Smaradgenstadt. Keine Frage, dass zu den am meisten gelesenen Büchern auch Tom Sawyer, Huckleberry Finn, Robinson Crusoe und die Märchen der Gebrüder Grimm gehören. Ungeachtet des Alters tauchten dann auch Harry Potter, Die unendliche Geschichte und Momo auf.

Es wurden Ländergrenzen überwunden – kaum jemand hat es bemerkt. Altersunterschiede? Unwichtig! Für den einen ist Erich Kästner der Held seiner Kindheit, für den anderen Harry Potter. Es braucht keinen gemeinnützigen Verein, um sich zu treffen. Allein die Erinnerung an ein Buch vollbringt – gut, sagen wir es: ein kleines Wunder.

Bilder in Büchern holen Erinnerungen zurück 

Bei Buchtiteln wie „Das Wolkenschaf“, „Hirsch Heinrich“ und die „Märchen der Gebrüder Grimm“ erinnerten wir uns auch an die vielen, schönen Illustrationen vieler Kinderbücher. Verantwortlich für die gerade genannten war der Buchgestalter und Illustrator Werner Klemke, der durch diesen Tweet wieder in Erinnerung gerufen wurde. Ein Klassiker findet sich momentan im Kino wieder. „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ wurde kürzlich verfilmt und heisst heute „Urfin, der Zauberer von Oz“. Der Kinostart war am 16. Mai 2019. 

#Lieblingsbuch

… hat uns, wenn auch online, zusammenrücken lassen, unabhängig jedweder Einstellungen. Genau das ist wichtig: Wir sollten mehr unserem Herzen folgen, Brücken mit Leichtigkeit überwinden. All die vielen, unterschiedlichen Geschichten haben einen Anteil am Überleben – im Sinne von Herausforderungen meistern, Probleme bewältigen, stark sein. Vielen Kindern fehlt heute diese Fantasiewelt, um innerlich wachsen zu können. 

„Wolfsblut“, „Die drei Detektive“, „Momo“, „Robinson Crusoe“, „Die Schatzinsel“. Wunderbare Kinderbücher, die etwas Unglaubliches hervorbringen: In der Fantasiewelt lernen Kinder Gut und Böse zu unterscheiden, lehren Respekt und vertreiben Langeweile. Hier dürfen sie Fehler machen, Unsinn anstellen. Vielleicht waren es gerade die mahnenden Geschichten des Struwelpeters, die verhinderten, dass aus wilden Kindern respektlose Rabauken wurden. 

Tom Sayer und Huckleberry Finn zeigen, dass allein vom Lesen von Worten wie „Nigger“ keine Rassisten heranwachsen. Die Diskussion um das Thema ist sinnlos, weil es Mark Twain um die Darstellung der Gesellschaft ging und nicht um die Verunglimpfung der Menschen. Bücher beschreiben Zeitepochen, ihre Geschichten sind der Spiegel, der unterschiedliche Gesellschaftsklassen beschreibt. So zumindest die Historiker der Literatur, die sich mit dem gesellschaftlichen Leben auseinandersetzten. Bücher sind Kulturgut und dürfen nicht verändert werden, nur weil sich die Gegenwart heute anders darstellt. Denn es sind vor allem die Klassiker, die die Unterschiede zum Heute zeigen. 

Ähnlich wie die Mode ändern sich auch Erziehungsansichten. Kein Wunder, dass der Struwwelpeter nach der wilden Flower-Power Phase der 60er Jahre in den 70er und 80er verpönt war. So ist es nicht verwunderlich, dass die darauffolgende Generation relativ frei und unautoritär aufwuchs. Wer wollte schon mit strengen Erziehungsregeln zu tun haben? Heute finden die Klassiker wieder Geschmack, wenn auch nicht in der gleichen Strenge früherer Jahrzehnte.

Viel wichtiger: Ebnen wir Kindern mit Büchern den Weg des Lebens

Lesen erweitert den Horizont, fördert Schreibfähigkeiten. Mit den Helden der Figuren gross werden. Kinder sollten heute nicht ausschliesslich mit Smartphone, Computer und Reality-Soaps aufwachsen. Bücher tragen auf natürliche Weise einen positiven Tenor in sich. Mit jedem Buch entsteht eine neue, liebevolle Wurzel. Wer mit Winnetou durch die Prärie geritten und den Zauberer der Smaragdenstadt kennengelernt hat, nimmt Erinnerungen mit in das Leben. Eine Kindheit ohne Geschichten, Märchen und Fabeln ist traurig. Lesen ist so einfach, so lehrreich, so natürlich, so schön … vor allem in der Kindheit. Jedes Buch ein Freund, den Du nie wieder verlierst.

Bücher hinterlassen Spuren 

Bücher haben einen Duft. Je älter sie werden, umso mehr erzählt der Duft von der Geschichte der Zeit. Sie haben Gewicht, sind schlicht oder bunt. Es sind stille Begleiter eines ganzen Lebens. Selbst wenn sie physisch nicht mehr vorhanden sind, bleiben sie unvergessen. Der Tweet zum #Lieblingsbuch hat das deutlich gezeigt. 

In diesem Sinne herzliche Grüsse und Dank für die illustre Runde und wundervollen Gespräche, die wir im #Lieblingsbuch Tweet hatten.

Ihre Daniela

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Über Daniela 219 Artikel
Daniela Shams ist Journalistin, Autorin und seit 2015 die Herausgeberin des Online Magazins Lifestyle4unique.