Was mich die Homöopathie gelehrt hat …

Erfahrungsbericht, homoeopathische Mittel, Sulfur, Arsen, Medica Materia
Erfahrungsbericht Homöopathie Photo by Pretty Drugthings on Unsplash

In die derzeitige Diskussion um Wirkung oder Aberglaube an Homöopathie möchte ich nicht einsteigen. Aus einem einfachen Grund: Ich lebe seit nunmehr 30 Jahren mit homöopathischen Mitteln. Und kann eine Geschichte erzählen.

Kein Geheimnis: Es geht ums Geld 

Der Widerstand der Pharmaindustrie ist leicht erklärt. Homöopathie ist günstig. Aus marktwirtschaftlicher Sicht lässt sich damit nicht viel Geld verdienen – zumindest in der Relation zu schulmedizinischen Medikamenten. Wohl auch deshalb existieren heute Komplexmittel, bei denen der Name „homöopathisch“ nur noch im Kleingedruckten steht. Es ist auffällig, wie schnell Mittel bei Schnupfen dann doch positiv in der Werbung präsentiert werden, sobald sich gute Gewinnzonen abzeichnen. Schlimmer noch, Komplexmittel werden auf schulmedizinische Art empfohlen – was völlig im Gegensatz dieser wundervollen, klassischen Methode steht.

Was hat mich nun die Homöopathie gelehrt? 

… in erster Linie auf mich zu achten, eine innere Verbindung zwischen Körper und Seele herzustellen. Verantwortung für mich zu übernehmen, in dem ich meinen Körper beobachte und mit seinen Reaktionen kennenlerne. In diesem Sinne habe ich auch meine Kinder erzogen. Sie haben gelernt, Wunden bluten zu lassen und auszuwaschen. Hier beginnt für mich Verantwortung, auch bei den Kleinen. Als Mutter war und bin ich noch immer bemüht, Krankheiten nicht als „Todesboten“ zu sehen. Heutzutage fast ein seelischer Kraftakt, da nahezu jeder Kratzer und Schnupfen als gefährliches Übel beschrieben wird, das unbedingt in ärztliche Hände gelegt werden muss. Die Rhetorik dieser Panikmache verfehlt ihre Wirkung nicht – doch dazu später. 

Erfahrungen mit der Homöopathie

Mittlerweile sind es fast 30 Jahre, in denen homöopathische Mittel meine Lebensbegleiter sind. Gott sei Dank erfreue ich mich im Allgemeinen einer guten Gesundheit, auch wenn mich Grippe und Allergien genauso wie jeden anderen heimsuchen. In Krankheitsphasen gebe ich meinem Körper, wonach er verlangt: An erster Stelle Ruhe. Der jüngeren Generation sei an dieser Stelle gesagt, dass das Sprichwort „Schlafen ist die beste Medizin“ durchaus seine Berechtigung hat. An dieser Stelle möchte ich zwei Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit schildern. Vor allem deshalb, weil sie bei mir tiefgreifenden Eindruck hinterlassen haben, mit dem selbst ich in dieser Form nicht gerechnet hätte. 

Sulfur – Wenn sich Entzündungen und Wechseljahre treffen

Vor einigen Monaten litt ich an einem extrem entzündeten Handrücken. Bei der Gartenarbeit sah ich, dass meine Hand geschwollen war und wunderte mich. Ich konnte sie jedoch gut bewegen und beschloss, das ganze wie immer zu beobachten. Dann folgte ein Schmerzintervall, das mich zu Tränen brachte. Im Abstand von ca. zehn Minuten wurde meine Hand immer schmerzhafter und zwang mich in die Knie. Heulend sass ich auf dem Sofa, die Hand in Schonhaltung. Mir drehte sich der Kopf und ich fragte mich, wo diese plötzlichen Schmerzen herkamen. Eine für mich schwierige Situation, denn das, für die Homöopathie notwendige „Beobachten“ fällt mir in solchen Momenten schwer. Keine Bewegung möglich – plötzlicher Stillstand. Ich brauchte einige Stunden, bis ich ein geeignetes, homöopathisches Mittel fand. Die Schmerzen liessen nach, die Hand war bewegungsfähig. Nach zwei Tagen war klar, mit dieser Odyssee rannte ich schon ziemlich lange herum. Seit ca. einem Jahr hatte ich Verspannungen im Hals-Wirbelbereich, ab und an spürte ich den Nerv bis in den kleinen Finger. Mir war klar, dass das sehr lange dauern würde, ich rechnete mit zwei bis drei Monaten Heilungsprozess. 

Nach ca. drei Wochen war meine Geduld vorbei. Ich bin Rechts- und Linkshänder, nutze im Alltag aber meine linke Hand zu 80 Prozent. Deshalb war es schwierig, plötzlich alles mit rechts erledigen zu müssen. Mittlerweile war mir klar, ich hatte eine ausgewachsene Entzündung im Handrücken und ging auf die Suche nach einem homöopathischen Mittel für Entzündungen … und fand Sulfur. Die notwendigen Bilder einer Entzündung passten und andere spezielle Frauenleiden, mit denen ich mich rumplagen musste. Eines nach dem anderen klang perfekt und ich sollte positiv überrascht werden. Denn nach ca. Zwei Tagen waren die Schmerzen endlich verschwunden. Ich konnte die Hand beschwerdefrei bewegen, auch wenn ich es langsam anging. Nach einigen Tagen bemerkte ich einen weiteren Nebeneffekt: Die Hitzewallungen waren verschwunden und haben mich seither in Ruhe gelassen. Ich hatte genau das richtige Mittel gefunden und zufälligerweise auch Wechseljahresbeschwerden loswerden.

Eine zufällige Begegnung aus meiner Kindheit. Mit dieser Kiste habe ich als kleines Mädchen gespielt, völlig ahnungslos. © Lifestyle4unique

… und plötzlich zieht sich die Angst zurück

Ein andere Erfahrung machte ich kürzlich mit dem homöopathischen Mittel Arsen. Dieser Moment setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Kaum jemand in meiner Familie und Freundeskreis weiss, dass ich seit ca. 20 Jahren an Panikattacken leide. Es gibt gute und weniger gute Zeiten, in den letzten Jahren zeigen sie sich weniger, doch dann tauchen sie aus dem Hintergrund wieder auf. Meist kann ich sie mit Autogenem Training in Schach halten und wieder vertreiben. Doch ich habe bemerkt, dass sie in den letzten fünf Jahren vermehrt auftraten, was sicherlich auch mit der Veränderung des weiblichen Körpers zu tun. Nun gut. 

Der andere Teil ist meine Allergie auf Brot bzw. Getreide. Brot, das nicht aus Bio-Mehl besteht, erzeugt bei mir schon seit Jahren eine allergische Reaktion. Ich fange an zu husten (meist erst abends im Bett), habe Atemgeräusche. Je nach dem wieviel vom Brot ich gegessen habe. Ursprünglich dachte ich an eine Gluten-Allergie, mittlerweile vermute ich, dass auch Glyphosat-Rückstände damit zu tun haben könnten, weshalb ich den Konsum bis auf einzelne Ausnahmen eingeschränkt habe. 

An diesem Abend hatte ich Nachts um 1.00 Uhr genug. Ich hustete und hustete – wohlwissend, dass ich ausnahmsweise wieder dieses Brot gegessen und jetzt dafür zahlen musste. Ich wollte sofort ein homöopathisches Mittel finden!

Meine Erfahrung mit Arsenicum Album

Die Beschreibung aus der Materia Medica passte schon wieder exakt: Erschöpfung, brennende Schmerzen, wasserhaltige Obstsorten machen krank, Angst vor dem Tod, grosse Angst und Unruhe (Panikattacken), hält es für nutzlos, Medikamente zu nehmen, Asthma um Mitternacht, geräuschvolle Atmung, Schmerz zwischen den Schultern …

Ich hatte nicht nur ein Mittel gegen den allergischen Husten, sondern auch gegen meine Panikattacken gefunden! Meine innere Stimme sagte mir, das homöopathische Mittel Arsenicum Album nicht jetzt, mitten in der Nacht zu nehmen, sondern erst am nächsten Tag. Ich erledigte erst meine wichtigsten Arbeiten und stellte mich darauf ein, dass ich für eine Stunde Ruhe und ein wenig Schlaf brauchen würde. Genauso war es dann auch. Eine neue Leichtigkeit umhüllte mich, genauso wie ein ganz natürliches Gefühl nach Ruhe. Der Schauer der Angst durch Panikattacken löste sich – und das sehr deutlich. Und zwar sofort, so auch der asthmatische Husten. – In Zukunft werde ich auf dieses Brot wirklich verzichten. Das ich in so kurzer Zeit und nach einer einmaligen Gabe meine ständigen Begleiter Angst und Panik loswerde, war gar nicht geplant. Aber das homöopathische Bild hat gepasst. Ich persönlich nutze übrigens meist die Potenz C200, so auch in diesem Falle mit Arsen. 

Wieder einmal habe ich verstanden, dass sich Geduld und gute Beobachtung auszahlen. Zum einen meinen Körper zu verstehen, zum anderen ist es möglich, Selbstheilungskräfte anzuregen oder durch Entspannung wie Autogenes Training Beschwerden lindern zu können. Ich bin der Meinung, dass Ärzte grundsätzlich weniger Medikamente verschreiben sollten und Patienten dahingehend ermutigen sollten, sich Ruhe zu gönnen. Doch wie oben erwähnt, die Rhetorik der Panikmache verfehlt ihre Wirkung nicht und viele Menschen bauen tiefe Ängste auf. Ärzte sollten häufiger die Wünsche ihrer Patienten beachten und weniger Medikamente verschreiben. An dieser Stelle sei nur kurz die Antibiotika-Diskussion genannt, um dies zu verdeutlichen. 

Ich möchte/muss noch einmal darauf hinweisen, dass es sich hier um persönliche Erfahrungsberichte handelt. Sie ersetzen weder einen Arztbesuch, noch stellen sie eine Diagnose für andere Menschen dar. Insbesondere in der Homöopathie, denn hier zählt das individuelle Bild, das vom Mittel zum Menschen passen muss. Dennoch lohnt es sich, sich mit der Gesamtheit von Körper und Seele auseinanderzusetzen, um einen sanften Weg der Heilung zu finden.

Weitere interessante Artikel

Über Daniela 235 Artikel
Daniela Shams ist Journalistin, Autorin und seit 2015 die Herausgeberin des Online Magazins Lifestyle4unique.