Arbeiten im Fernbus, ohne W-LAN geht es nicht!

Arbeiten im Fernbus, auch das ist möglich. Auch mit festem Wohnsitz reise ich viel und erledige meine Arbeit genauso gewissenhaft wie vom Home Office aus. Bisher hatte ich mich vorbereitet und war mit dem eigenen Internetstick unterwegs. Denn die europäischen Länder haben es bis heute nicht geschafft, ein internationales Netz anzubieten. Es bleibt also nur die Option, in den jeweiligen Ländern den Stick und gegebenenfalls immer wieder eine neue Simkarte kaufen zu müssen.

Roaming Gebühren oder die jeweils gleiche Prozedur beim Kauf der Simkarte – beides ist anstrengend und kann im Zeitalter der Technik kaum als zufriedenstellend bezeichnet werden. Einer der Slogans von Fernbussen ist das kostenlose W-LAN von A nach B. Ich entschied mich bei dieser Reise gegen das Mitnehmen verschiedener Sticks und habe diese Entscheidung wirklich bereut.

Arbeiten im Fernbus – 14 Stunden und nichts geschafft

Schon die Fahrt von Rom nach Berlin war ein Desaster für den Digitalnomaden. Ein neuer Fernbus, indem der Router noch nicht einmal eingebaut war und es demzufolge keine Chance auf Internet gab. Für die Strecke hatte ich mehrere Artikel geplant und nun kam ich aufgrund von Abgabeterminen wirklich in Bedrängnis. Meinem Ärger machte ich mit einem Beschwerdebrief an das grüne Busunternehmen Luft. Denn auch der Gang auf die Toilette war nicht wirklich appetitlich. Ein voll besetzter Bus und kein fließend Wasser, damit sich einer der Reisenden die Hände waschen könnte. Mh, Basis Hygiene Standard, der schlagartig ins Bodenlose stürzt.

Die nächste Fahrt führte mich wieder zum grünen Busunternehmen. Wer an diesem Tag ohne deutsche Simkarte oder internationalem Roaming unterwegs war, hatte auch hier keine Möglichkeit, Nachrichten zu versenden. Die durch und durch schlechte Internetverbindung des Fernbusses versuchte über Stunden die IP-Adresse abzurufen – ohne Erfolg. Mein Gott, wir leben in einem modernen Zeitalter und diese kleine Hürde scheint unüberwindlich zu sein.

Was, Sie haben kein Internet?!

Um dem Ganzen noch ein cremiges Sahnehäubchen zu verpassen, wird dem nachfragenden Fahrgast dann mit Sätzen wie „Sie sind der erste Fahrgast, der sich beschwert“ das Gefühl gegeben, er sei selbst Schuld daran. Besagter Fernbus hatte Verspätung, und so gab es auch keine Möglichkeit, den bereits gebuchten und bezahlten Anschlussbus zu stornieren bzw. umzubuchen. Ärgerlich, wirklich ärgerlich.

Die Anfangszeiten der Fernbusse waren wirklich toll. Die Kaffeemaschine brühte auf Knopfdruck guten Kaffee, das Internet funktionierte und der Fernbus kam pünktlich an. Heute, in der Kampfarena der Konkurrenten untereinander, wird der Reisende mit Worten wie „10 Minuten sind doch keine Verspätung!“ verhöhnt. Und dabei gleicht sich der Fahrpreis last minute fast dem der teuren Bahn beinahe an. Die Vorteile von: weitaus günstiger, pünktlich und kostenloses W-LAN schmelzen also spürbar dahin. Stressfrei reisen sieht für Lifestyle4unique irgendwie anders aus.