Der bittere Geschmack von Pressefreiheit im Fall von Deniz Yücel

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Kolumne Lifestyle4unique, der bittere Geschmack der Freiheit Photo credits: Pixabay

Kolumne Lifestyle4unique, Online Magazin der Generation 35+Ein Sieg der Pressefreiheit? Ich bitte Sie. Nach einem Jahr kommt Deniz Yücel endlich frei – jedoch ohne einen Kommentar seitens der türkischen Regierung. Im Gegenteil, diese gesteht nicht etwa einen Fehler ein, sondern setzt mit der Androhung einer 18-jährigen Freiheitsstrafe noch einen drauf. 18 Jahre im türkischen Gefängnis sind immerhin keine Kleinigkeit. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass es in der einjährigen Haft keine Anklage gab – und so auch keine Verteidigung. 

Ein Jahr im Gefängnis, unschuldig, ohne Anklage und in Einzelhaft. Weder die deutsche Regierung noch andere, weltweite Institutionen konnten sich wirksam dagegen stemmen und die Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten erreichen. 

Dann braucht es in der deutlich angespannten Situation der Türkei und Deutschland nur ein Treffen der Ministerpräsidenten und plötzlich liegt die Freilassung auf dem Tisch. Ohne Ankündigung oder etwa Erklärung. Und Bundesregierung wie die großen Medien wollen uns nun glaubhaft machen, dass es hier keinen Deal gegeben hat? Doch was erwartet man von zwei Ländern, denen Scheinheiligkeit aus den Poren wächst? Deutschland verkauft nach wie vor Panzer und Waffen an die Türkei, und der türkische Präsident wacht weiterhin jeden Morgen in seiner Präsidialregierung auf, in der er ganz nach seinem Sinne schalten und walten kann.

 

Es gibt nur einen, der gesiegt hat. Und das ist Deniz Yücel selbst. Der die kaum vorstellbaren Zustände ertragen hat und, ja richtig, „lebendig geblieben ist“ als Mensch mit allen Sinnen und einem wachen Geist. Die Pressefreiheit mag hier gern nach einem Stück des Kuchens fragen, ist jedoch fraglich, wenn dahinter ein bewusst verborgener Deal steht. Natürlich hat niemand ein Interesse daran, solche Dinge preiszugeben. Denn dann würde deutlich werden: Die Pressefreiheit wäre käuflich. Es klingt nahezu humoresk, wenn hierbei türkische Minister involviert wären. 

Bewahren Sie sich die Freiheit Ihrer Gedanken. In diesem Sinne, 

herzlichst, Ihre Daniela