Glutenfrei backen und kochen, Teil 1

Ohne Gluten leben, glutenfrei backen
Glutenfrei backen, die Alternative zur Glutenunverträglichkeit Foto: Pixabay.com

Glutenfrei backen spielt wahrscheinlich eine noch größere Rolle als glutenfrei Kochen. Ihnen geht es vielleicht ähnlich wie vielen Menschen – ein Tag ohne Frühstücksbrot ist einfach langweilig. Es ist wirklich anstrengend, wenn Freunde und Kollegen ein leckeres Sandwich essen, während man selbst mit einer plötzlich entdeckten Glutenunverträglichkeit auf Vieles verzichten müssen.

Der Handel bietet mittlerweile glutenfreies Brot an, doch die Preise sind hoch und belasten das wöchentliche Haushaltsbudget. Auch die Zusammenstellung ist oft nicht ideal, denn der Zuckeranteil ist relativ hoch und ansonsten besteht das glutenfreie Mehl aus einer Mixtur verschiedener glutenfreier Mehle. Sie können also ebenso gut auch Mehl selbst mischen und glutenfreies Brot selber backen. Ganz nach Ihrem Geschmack und vielleicht auch etwas günstiger.

Welches Mehl eignet sich für glutenfreies Backen?

Glutenfrei leben heißt clever einkaufen
Glutenfrei leben heißt clever einkaufen
Foto: Pixabay.com

Bewährt hat sich in erster Linie Buchweizenmehl. Es hat einen sehr angenehmen Geschmack und bietet bei der Verarbeitung auch eine angenehme Konsistenz. Schon beim glutenfreien Eierkuchen werden Sie merken, wie ergiebig das unscheinbare Buchweizenmehl ist. Also immer her mit dem glutenfreien Mehl!

Ebenfalls gut ist Mandelmehl, Kartoffel- oder Reismehl. Letzteres ist sehr leicht und sollte nur als kleine Komponente verwendet werden. Ein reines Brot aus Reismehl wird schwierig, daher:

  • Reismehl nur als Komponente mit anderen Mehlsorten verwenden
  • Buchweizenmehl als Basis für glutenfreies Brot
  • anteilig Mandelmehl verwenden

Kichererbsenmehl für glutenfreies Backen

Kichererbsenmehl ist ebenfalls glutenfrei und eignet sich aufgrund seines etwas herben Eigengeschmacks nur bedingt zum Backen. Hier sollten Sie in jedem Fall ausprobieren, ob Ihnen dieser Geschmack zusagt. Doch als herzhafte Variante mit frischen Kräutern, etwas Knoblauch und Hartkäse ist Kichererbsenmehl durchaus geeignet. Positiver Aspekt: Mit Kichererbsenmehl können Sie herzhafte Brote mit Parmesan oder Kräutern herstellen. Auch hier gilt wieder: Mit anderen glutenfreien Mehlen mischen, dann wird das Brot schmackhaft und gelingt in guter Konsistenz. Und hiermit kommen wir zu einem wichtigen Punkt: Die Beschaffenheit des Brotes. Denn es fehlt ja der sogenannte Klebstoff, das Gluten, das bei einem normalen Weizenbrot dafür sorgt, dass der Teig zusammenbleibt und eine homogene Masse entsteht. Beim glutenfreien Brot fehlt genau dieser Stoff. Das macht das Ganze ein wenig tricky.

Kombinieren Sie Mehle, um glutenfrei zu backen

Es ist immer wieder die Konsistenz eines glutenfreien Brotes, die hergestellt werden muss. Da allein Kartoffelmehl oder gemahlene Nüsse nicht ausreichen, sollten Sie verschiedene Mehle und/oder Nüsse miteinander vermischen. Eine weitere Alternative für glutenfreies Backen sind gemahlene Haselnüsse und Buchweizenmehl.

Eierkuchen glutenfrei: Buchweizenmehl ist die Lösung

Buchweizenmehl kommt dem Weizenmehl sehr nahe, ist schmackhaft und lässt sich gut verarbeiten. Auch auf Eierkuchen müssen Sie nicht mehr verzichten! Denn der Ersatz für Weizenmehl heißt hier Buchweizenmehl. Sie benötigen auf die Menge von ca. 300 ml Milch relativ wenig vom Buchweizenmehl. Es ist extrem ergiebig, und wenn Sie eine sehr schöne sämige Masse herstellen, kommen im Ergebnis Eierkuchen mit idealer Konsistenz heraus. Hier können Sie bei bestehender Laktoseintoleranz auch auf Ziegenmilch oder Sojamilch zurückgreifen, es wird immer schmackhaft sein.

#Lifestyle4uniquetipp: Nehmen Sie etwas weniger Milch und reichern Sie die glutenfreien Eierkuchen mit etwas Sprudelwasser an. Dann werden die Eierkuchen super luftig und locker!

Dieser vorbereitete Teig kann am Abend vorbereitet werden und über Nacht im Kühlschrank stehen. Dann ist er sogar noch besser und Sie haben frische und preiswerte Eierkuchen für die ganze Familie!

Beschaffenheit von Brot mit einem Abstecher zu Mandeln

Im Allgemeinen haben sich gemahlene Haselnüsse bewährt. Auch Sonnenblumenkerne sind sehr gut, nicht zuletzt bekommt das glutenfreie Brot durch beide Zutaten einen herrlichen Geschmack. Auch Mandelmehl können Sie selbst machen. Nämlich dann, wenn Sie zuvor eigene Mandelmilch herstellen. Anschließend werden die ausgepressten Mandeln einfach getrocknet und stehen als Mehl später zur Verfügung.

Clever einkaufen und Geld sparen!

An dieser Stelle möchte ich auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis glutenfreier Lebensmittel aufmerksam machen. Wer an diversen Lebensmittelunverträglichkeiten leidet, ist gezwungen, weitaus mehr Geld für die tägliche Ernährung auszugeben. Im Falle von Mandeln kann also Mandelmilch und ein glutenfreier Kuchen zubereitet werden. Lassen Sie sich deshalb inspirieren, Lebensmittel sinnvoll zu nutzen.

Sicher schreckt den Einen oder Anderen der Preis einer 500 Gramm Tüte Mandeln erst einmal ab. Doch bedenken Sie: Aus dieser Menge können vorerst ca. ein Liter Mandelmilch und anschließend ein bzw. mehrere Kuchen gebacken werden. Verglichen mit den Preisen im Supermarkt, kommen Sie so auf einen wirklich guten Durchschnitt. Falls Sie einmal größere Mengen an Mandelmehl benötigen, kann die zuvor hergestellte Mandelmilch im Grunde auch eingefroren werden. Sobald dann eine größere Menge Mandelmehl benötigt wird, kommt die entstandene Mandelmilch einfach in das Gefrierfach.

Erleichtern Sie sich den Alltag und bestellen Sie Ihre Lebensmittel!
Keine Frage, bei Kichererbsenmehl, Haselnüssen, Buchweizenmehl und anderen Mehlsorten kann der Einkauf kompliziert und vor allem zeitaufwendig werden. Viele der Betroffenen müssen aufgrund ihrer Glutenunverträglichkeit in mehrere Supermärkte gehen, um den kompletten Einkauf zu erledigen. Da bitte es sich an, eine Bestellung abzusenden, um die notwendigen Lebensmittel bequem nach Hause zu bekommen.

Glutenfreien Teig vorbereiten und einfrieren

Zurück zur Beschaffenheit eines Brotes. Am Ende ist es auch die frische Hefe, aufgelöst in Wasser und etwas Zucker, die die Festigkeit positiv beeinflussen kann. Probieren Sie hier unbedingt verschiedene Rezepte aus! Mit einem großen Gefrierfach können Sie den Teig vorbereiten. Formen Sie kleine Bällchen und frieren Sie diese auf einem Holzbrett ein. Im gefrorenen Zustand werden die kleinen glutenfreien Brötchen in einen Plastikbeutel gegeben. So steht Ihnen auch am Wochenende frisch gebackenes Brot ohne Gluten zur Verfügung.

Unser nächster Artikel beschäftigt sich mit dem Thema glutenfrei essen und reisen. Wie gut sind Restaurants und Hotels auf den neuen Ernährungstrend ohne Gluten vorbereitet?