Neujahrskonzert: Klassik mit Andris Nelsons

Andris Nelsons 2018 Photo: Marco Borggreve

Es ist Nelsons erstes Neujahrskonzert in der Wiener Philharmoniker. Er erscheint gut gelaunt, mit einem Lächeln im Gesicht und beginnt in dieser Leichtigkeit das Konzert. Man sieht ihm die Freude an der Musik an, gleichzeitig macht es den Anschein, als befände er von der ersten bis zur letzten Sekunde im musikalischen Tunnel. 

Die Augen schliessend wiegt er im Takt, der leichter nicht sein könnte. Dabei handelt es sich im Grunde genommen bei Strauss um schwere Kost der klassischen Musik. Nelsons jedoch tanzt leichtfüssig durch den wundervollen Konzertsaal der Wiener Philharmonie. Und obwohl Stücke darunter sind, die mir noch nie gelegen haben, stehen mir Tränen in den Augen, mein Atem kaum spürbar. 

Schaut man sich den Dirigenten Andris Nelsons an, entwickelt der Begriff „Virtuose“ ein völlig neues Klangbild. Konzerte von und mit Andris Nelsons sind das Tüpfelchen auf dem I.

Nelsons öffnet Geburtswege, um klassische Musik zu geniessen

Ganz spontan dirigiert er beim Neujahrskonzert 2020 in Wien auch das Publikum. Beim Strawinsky-Marsch folgt das auserlesene Publikum der magischen Hand des Meisters. Schaut man ihn sich aus dieser Position an: Hinter ihm die Wiener Philharmoniker und vor ihm das ahnungslose Publikum, das seiner Hand folgt, wird klar, dass der Begriff Virtuose von Nelsons neu erschaffen wird.

Bei Andris Nelsons klingen selbst die tiefen Töne leicht und fast beschwingt.

Er zieht, streichelt und liebkost, als würde er um die Liebe einer Frau werben. Persönlich war mir klassische Musik immer zu schwer und lastig. Vor allem Dirigenten lehrten mich sprichwörtlich das Fürchten. Und so dauerte es Jahre, bis ich die Verbindung zur Klassik aufbauen konnte. Mit Andris Nelsons änderte sie sich schlagartig in eine Liebesbeziehung. Wie ein kleines, unwissendes Kind tappe ich hinein und reagiere genauso: Mein Atem bleibt stehen, gleichzeitig stehen mir Tränen in den Augen. Ohne es zu erahnen werden Emotionen in mir geweckt, von deren Existenz ich nie geahnt hatte!

Und das ist es, was Andris Nelsons so besonders macht: Er paart klassische Musik mit neuer Interpretation. Ich würde gern wissen, wie kleine Kinder auf seine Stücke reagieren. Sie sind, was die Kunst betrifft, noch so unverdorben und rein. Er hat so eine ansteckende, gewinnende Art. Mehr als der Mund, sind es die Augen, die strahlen und lächeln. Und so lächle ich als Besucher am TV-Bildschirm mit. Momente, die man mit schlichten Worten wie „Das Leben ist schön“ beschreiben kann. Puristisch, simpel und doch voller Freude. 

Wenn Sie jetzt Lust auf Klassik-Konzerte bekommen haben, dann finden Sie hier eine kleine Auswahl verschiedener Konzerte. Vielleicht eine schöne Idee für ein spontanes Wochenende. 


Vivaldis Vier Jahreszeiten |Freitag, 17. Januar 2020  20:00 

Festival Orchestra Berlin | Franz. Friedrichstadtkirche, Berlin

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Rock meets Classic München | Sonntag 8. März 2020 19.00

Olympiahalle München  

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Rock meets Classic Berlin | Dienstag, 10. März 2020 20.00

Tempodrom Berlin

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Rock meets Classic Dresden | Freitag 20. März 2020 20.00

Messe Dresden

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Bremer Kaffeehaus-Orchester Frühlingskonzert | Sonntag 24. Mai 2020 15.30 

Die Glocke (kleiner Saal) Bremen

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Weitere Termine der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andris Nelsons finden Sie auf der Webseite von Andris Nelsons oder der Wiener Philharmonie.

Um Andris Nelsons life zu erleben, sollten Sie folgende Termine einplanen:

1. März 2020 in der Kölner Philharmonie

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 („Eroica“) in der Bearbeitung für Klavier

27. März 2020 Gewandhaus zu Leipzig

Richard Wagner: Ouvertüre zu „Rienzi“

HK (Heinz Karl) Gruber: „Short Stories from the Vienna Woods“ für Orchester

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 1 c-Moll


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