Salbei im Garten, unscheinbar, doch voller Schönheit

Salbei, Gewürz und Heilkraut
Salbei ist Gewürz, Heilpflanze und auch eine schöne Zierpflanze Foto: Pixabay.com

Salbei wird oft unterschätzt, zu Unrecht. Wer jetzt gerade für sich frische Kräuter entdeckt, wird an Salbei sicherlich nicht herumkommen. In Italien als Salvia bekannt und gern als köstliches Steak Saltimbocca serviert, wird Salbei in unserer Region ein wenig stiefmütterlich behandelt. Dabei ist er in ganz Deutschland und Europa verbreitet. Sie sollten definitiv einen intensiveren Blick auf Salbei werfen, denn mit seinem Aroma und Wirkstoffen kann er als Gewürzkraut oder natürliches Heilmittel verwendet werden.

Salbei und die Reise um die Welt

Salbei gehört mit weit mehr als 800 Arten zu den Nutz- und Heilpflanzen, die es beinahe rund um den gesamten Globus geschafft haben. Einzig in Australien und der Antarktika wächst diese Pflanzengattung nicht. In unseren Breitengraden wachsen zahlreiche Sorten zu stattlichen Sträuchen heran. Salbei ist nahezu unverwüstlich und fühlt sich bei Hitze genauso wohl wie bei mäßigen Temperaturen. Gleichzeitig wirkt der Salbeistrauch attraktiv. Wie schön, wenn es Pflanzen gibt, die dekorativen Wert im Garten haben und gleichzeitig in der Küche verwendet werden können.

Salvia officinalis oder echter Salbei. Schon der lateinische Name beschreibt, was Salbei bewirken kann: „salvere“ bedeutet: sich wohlfühlen, oder „salvus“ als heil oder wohlbehalten. Schon in der Antike wurde Salbei als Heilmittel eingesetzt. Mal als Mittel zur Menstruationsförderung, mal als harntreibendes Mittel. Danken wir den römischen Soldaten der Antike, die Salbei nach Mitteleuropa brachten. Als anspruchslose Pflanze fand sie schnell ihren Platz in den Gärten der Bauern und breitete sich in ganz Europa aus.

 

Auch Hildegard von Bingen empfahl Salbei

Hildegard von Bingen prägte das Mittelalter wie keine andere mit ihrer Gesundheitslehre. Die Universalgelehrte empfahl Salbeiblätter zu Tee gekocht bei Leiden wie Gicht oder Rheuma. Auch beim unkontrolliertem Harndrang oder Blasenentzündungen empfahl Hildegard von Bingen, einige Blätter in Wasser aufzukochen und zu trinken. Salbei enthält ätherische Öle wie Campher, Cineol und Thujon. Auch Bitter- und Lamiaceengerbstoffe bestimmen den charakteristischen Geschmack und seine Wirkung auf den Organismus.

Leider ist echter Salbei heute ein wenig in Vergessenheit geraten und ist meist nur als Lutschbonbon bei Halsentzündungen bekannt. Gleichzeitig suchen dank Gesundheitstrends wieder viele Menschen heute nach traditionellen Hausmitteln. Dann liegt wohl nichts näher, als einen Salbeistrauch im Garten zu haben. Es ist so einfach, eine Salbeipflanze zu pflegen. Selbst in einem schlichten Pflanztopf auf dem Balkon hält sich Salbei das ganze Jahr. Im Garten an einem passenden Standort eingesetzt, wächst und gedeiht Salbei in Höhe und Breite.

Warum nicht Salbeipflanzen kaufen?

Wenn im Frühjahr die Gartensaison beginnt und ringsumher Gartencenter ihre Türen öffnen, ist es an der Zeit, einige dieser schönen Pflanzen im Kräuterbeet oder am Wegesrand zu pflanzen. Suchen Sie sich ein schönes Exemplar frischer Salbeipflanzen aus. Für eine vierköpfige Familie sollten Sie vielleicht zwei Salbeipflanzen kaufen, so haben Sie das ganze Jahr frische oder getrocknete Blätter zur Verfügung. Bieten Sie jeder einzelnen Pflanze ausreichend Platz, denn schon bald wachsen sie üppig heran und vervielfachen ihre Größe. Allein für die herrliche Frische und dem intensiven Aroma lohnt es sich, ihr einen sonnigen Standort im Garten auszuwählen.                                       

In den Sorten zeigt sich die Vielfalt des Salbei. Von Dunkelgrün bis Weiß gefleckt als essbarer Salbei. Der Geheimtip ist lilafarbener Salbei für den Steingarten, eine dekorative Idee, die Abwechslung in den Garten bringt. Von der Wärme der Steine verwöhnt, gedeiht blühender Salbei auch in trockenen Regionen. 

 

Allein die Sonne reicht dem Salbei, um zu wachsen

Das typische Graugrün der Blätter wirkt sehr attraktiv zwischen Blumenstauden oder im Bauerngarten. Von Anfang an sollte dem Salbeistrauch ein wenig Raum zum Ausbreiten gegeben werden. Er wächst während des Sommers gern in die Breite wie Höhe. Dies hat gleichzeitig den Vorteil, dass jederzeit frische Salbeiblätter bereitstehen. Gleichzeitig ist Salbei sehr pflegeleicht. Weniger Wasser ist grundsätzlich besser als zu viel. Dünger brauchen Salbeipflanzen im Grund auch nicht. Allein durch die Wärme und etwas Regen wachsen wie von ganz allein. Sobald der Strauch zu groß wird, schneiden Sie die ersten Blätter ab.

Zu einem kleinen Strauß zusammengebunden, können Sie die Blätter trocknen und für die Winterzeit lagern. Die warmen Tage eignen sich gut. Um nicht allzu viel Aromastoffe zu verlieren, sollten die Blätter nicht in der prallen Sonne hängen.

Ein kurzer Überblick zu Salbei

  • Hervorragende Nutzpflanze mit schönem Erscheinungsbild im Garten
  • Blätter können während der Gartensaison ständig geerntet werden
  • Salbei kann als schützende Pflanze vor dem Kohlweißling eingesetzt werden
  • Salbei ist für alle Kräuter und Gemüsepflanzen ein guter Pflanzennachbar!
Salbei zum Kochen und trocknen verwenden
Salbei ist ideal zum Kochen oder Trocknen
Photo credits: Pixabay.com

Vergessen Sie nach der Gartenarbeit das Genießen nicht. Kochen Sie sich ein paar Gnocchi mit frischen, gerösteten Salbeiblättern! Die frischen Salbeiblätter einfach in heißes Olivenöl geben, knusprig werden lassen und Gnocchi hinzugeben. Ein köstliches Gericht in 10 Minuten!

Salbei und Schweinefleisch passen übrigens sehr gut zusammen. Eine, im Ofen geschmorte Schweineschulter wird mit Salbei zum Festtagsmahl. Und wenn Sie es scharf mögen, geben Sie einfach ein kleines Stück einer Chili hinzu. Neben den Gemüsepflanzen dürfen Farben natürlich nicht fehlen. Holen Sie sich in unseren Gartenbeiträgen tolle Inspirationen für neue Blumenzüchtungen!