Schatten von Venedig | Die lauten Schreie einer Stadt

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Wie die Bilder sich gleichen: Heute das moderne Digitalbild, in der Historie von Canaletto gemalt Photo Credits: Lifestyle4unique

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Venedig. Es müssen wohl die letzten fünf Jahrzehnte gewesen sein, die der Lagunenstadt den Glanz genommen haben. Die Paläste an italienischer Etikette eingebüßt. Der Verfall ist offensichtlich nur für wenige Gebäude aufzuhalten. Und das obwohl mehr als 80.000 Reisende täglich in Venedig ankommen und die Stadtkassen voll sein sollten, um Gebäude und Struktur zu erhalten. Jeder einzelne wird etwas Geld in der Stadt lassen. Der eine mehr und der andere weniger. Viele bezahlen gar nichts, denn sie haben ihre Gondelfahrt bereits bei der Reederei ihrer Kreuzfahrt zu überhöhten Preisen gebucht. Wunderschönes Venedig, italienisches Trauerspiel und Kampf um den Erhalt der letzten Venezianer … 

… , die um ihre Heimat kämpfen

Ihnen ist dieser Artikel gewidmet. Denn wer neben den Sehenswürdigkeiten etwas tiefer schaut, wird erkennen, dass die heimischen Venezianer nicht nur um ihre Stadt, sondern auch um Respekt und ihre Würde kämpfen. Trotz aller Widrigkeiten verschönern sie die Stadt und mahnen Touristen mit Notizen, Gassen und Bäume zu respektieren. Um das einzigartige Stadtbild zu erhalten, hat auch die Kommune Venedigs die Notbremse gezogen, um die Gäste der Stadt zu sensibilisieren.  Mit der Kampagne #EnjoyRespectVenezia werden Besucher zu bewusstem Verhalten angeregt.

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Anwohner bitten die Gäste Venedigs um die Achtung ihrer jungen Bäume. Photo credits: Lifestyle4unique

Jetzt nach Venedig einlaufen | Wenn Tourismus in Einzelteile verfällt

Sie bekommen, was sie verdienen. Die Touristen, von Kreuzfahrtschiffen kommend, wohlwissentlich, dass allein die Anfahrt zur Lagunenstadt die Substanz der historischen Gebäude angreift und zum grossen Teil verantwortlich für den Verfall ist. Im historischen Center erwarten sie dann billige Souvenirläden „Made in China“ und zig Tausende von Menschen, die fast aneinandergereiht den Markusplatz entlang laufen. Italienische Renaissance sieht anders aus. #EnjoyRespectVenezia Und nur jene, die Details suchen, werden einen Teil der Geschichte Venedigs entdecken können. Denn da ist so viel Schönes zu entdecken. Schaut auf die Böden, die Geschichten aus Jahrhunderten erzählen, auf den Marmor und Granit, der mit kunstvoller Hand für die Ewigkeit gemacht wurde. Und vor allem auf die Häuser, die heute kostspielig restauriert werden. 

Jetzt muss aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werden

Doch ganz so schuldlos ist die Stadt an diesem Dilemma des oberflächlichen Massentourismus nicht. Denn ohne das Zutun und der Erlaubnis der Kommune von Venedig hätte nie ein Kreuzfahrtschiff anlegen können. Diesen Vorwurf müssen sich die Verantwortlichen gefallen lassen. Schnell verdientes Geld hat immer seinen Preis. Insbesondere im Tourismus, wer hier zugunsten der Einnahmequellen entscheidet, fällt symbolisch gesehen einen Baum. Im Falle von Venedigs ist es jedoch das historische Zentrum, als Welt UNESCO Erbe anerkannt, das vor sich dahinsiecht. Machen Sie es besser liebe Damen und Herren in der Kommune von Venedig! Wenn nicht die Verantwortlichen der Stadt das erste Zeichen setzen, wer sollte dann folgen? #EnjoyRespectVenezia Als Besucher der Stadt können Sie die italienische Bahn nehmen und bequem nach Venedig reisen.

Fördert venezianisches Handwerk! 

Was wird mit neuen Eintrittsgeldern Venedigs geschehen? Das Geld wäre wohl verpufft, ströme es nur in die Müllentsorgung. Das geplante Eintrittsgeld ist derzeit nicht nur in Italien umstritten, ganz Europa diskutiert um Sinn oder Unsinn. Würde es jeglicher Form nachhaltig genutzt werden, bekommt Venedig einen grossen Teil seines Glanzes zurück. Es wäre der Stadt und den Menschen zu wünschen. Die Sicherung von Ufer und Gebäuden ist immens aufwendig, aber dringend notwendig um auch zukünftigen Generationen Venetien zeigen zu können. Denkbar wäre auch die Unterstützung von traditionellem Handwerk, um die furchtbaren Billig-Souvenirstände wieder loszuwerden. 


#EnjoyRespectVenezia beginnt bei der Buchung eines Hotelzimmers. Faszinierend sind Hotels im klassisch venezianischen Stil. Bezaubernd und atemberaubend schön! Hotelzimmer in Venedig sind nicht immer günstig, dennoch gibt es interessante Angebote. Venedig ist der perfekte Ort für ein romantisches Wochenende. Aber sehen Sie selbst.

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Massentourismus hat einen extrem hohen Preis

Ein Fakt bleibt bestehen: Wenn eine Region zum großen Teil nur von Einnahmen aus dem Tourismus leben will, geht die eigene Kultur zugrunde. Fliegen Sie nach Thailand oder Ägypten – es ist überall das Gleiche. Der Tourismus trägt zwei Seiten in sich, und eine davon ist tiefgreifend zerstörerisch, wenn es um den Erhalt der eigenen Kultur ist. Doch sind es nicht gerade die fremden Kulturen, die das Reisen so beliebt machen? Der Mensch ist von Neugier getrieben, gut so! Und so soll es auch in Zukunft bleiben. Umweltfreundlich reisen: Die italienische Bahn ist besser als gedacht. So fährt der Hochgeschwindigkeitszug Italo Treno fast stündlich nach Venedig.

Qualität vor Quantität beim Reisen

Wer umweltfreundlich reisen möchte, reist mit der Bahn nach Venedig an. Züge kommen fast stündlich in Mestre und Santa Lucia aus allen Richtungen Europas an. Die ÖBB nach Italien, die Deutsche Bahn aus München oder die Schweizer SBB; Europas Züge fahren Sie nach Venedig. Erinnern wir uns: Bewusst und nachhaltig leben beginnt beim Einzelnen. Erwähnenswert, aber kaum irgendwo vermerkt, sind die vielen Wasserquellen in der Stadt. Sinnvoll, um den furchtbaren Plastikflaschen abzusagen und kostengünstig etwas zu trinken zu bekommen. 

Wenn es ein Reiseziel in Europa gibt, das auf umweltfreundliches reisen angewiesen ist, dann Venedig. Verzichten Sie auf Plastik-Wasserflaschen! In der Stadt finden Sie überall Quellen, an denen Sie Trinkwasser entnehmen können. © Lifestyle4unique

Venezianische Authentizität muss erhalten bleiben

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Verdammt, was macht die Frau mit den Tauben?

Gesetze sind das eine, ihre Durchsetzung das andere 

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Ach wie niedlich. Ja, es soll eines der schönsten Fotomotive werden. Zahme Tauben fliegen bereitwillig auf die Arme der Touristen – wohlwissend, dass sie gut gefüttert werden. Ja, hübsch. Nein gar nicht. Machen sich diese tierlieben Touristen eigentlich Gedanken um das Verhältnis von Tagesgästen und Tauben?

Tauben füttern auf dem Markusplatz ist längst verboten. Nachvollziehbar bei 80.000 Touristen am Tag, nicht wahr? © Lifestyle4unique

#EnjoyRespectVenezia Eigentlich ist es verboten, Tauben auf dem Markusplatz zu füttern. Doch beim Gang über den riesigen Platz dauert es gar nicht lange, bis irgend jemand ein kleines Tütchen aus der Jackentasche holt und mit der Fütterung beginnt. Nur wenige Minuten, bis das nächste kleine Grüppchen Taubenfütterer entsteht. 

Die Polizei steht ca. 100 Meter weit weg. Darauf angesprochen, zucken sie mit den Achseln und fragen „Was sollen wir machen? Auf sie schiessen?“ – Nein, natürlich nicht. Aber 50 Euro Strafe pro Person machen am Ende des Monats ein nettes Sümmchen für die Stadtkasse aus. Solche Strafen sprechen sich schnell rum und würden abschreckend auf andere Touristen wirken. 

Umweltfreundlich reisen | Ein Erlebnis: Venedigs Zauber

Wer auch zukünftigen Generationen einen Besuch nach Venedig gönnt, trägt seinen Teil zum Erhalt der Stadt bei. Reisen Sie mit dem Zug an, statt mit dem Kreuzfahrtschiff. Es ist ohnehin günstiger, selbst im Luxusabteil des Nachtzugs durch Europa. Buchen Sie Ihr Zimmer im komfortablen Hotel. Bringen Sie eine Mehrweg Trinkflasche mit. #EnjoyRespectVenezia Zur Erinnerung: Mehr als 82.000 Touristen sind täglich in Venedig. Wie hoch ist der Berg an Plastikflaschen täglich? Deshalb sind Sie angesprochen! Respektieren Sie Venezianer in Venedig. Geniessen Sie eine der schönsten Städte der Welt: Venedig. 

Zu Ihrer Information: Im Sinne von umweltfreundlichem Reisen wurde in diesem Artikel bewusst auf gewinnbringende Werbung von Reiseanbietern und Fluggesellschaften verzichtet. Die zwei eingeblendeten Werbeanzeigen sollen nachhaltiges Reisen nach Venedig fördern. Damit verzichtet Lifestyle4unique potenzial auf Einnahmen. Reichen Sie der Redaktion die Hand und unterstützen Sie diesen Artikel. Ein Klick auf den roten Button und Sie werden mit einem kleinen Betrag Supporter.

Quellen:

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/venedig-wie-die-letzten-venezianer-versuchen-die-lagunenstadt-zu-retten/20209772.html

https://www.comune.venezia.it/de/content/enjoyrespectvenezia

https://orange.handelsblatt.com/artikel/55112

Über Daniela 219 Artikel
Daniela Shams ist Journalistin, Autorin und seit 2015 die Herausgeberin des Online Magazins Lifestyle4unique.