Was ist eigentlich Bio-Baumwolle?

Bio Baumwolle ist die bessere Alternative, gerade bei Hautreizungen
Bio Baumwolle ist die bessere Alternative, gerade bei Hautreizungen Photo credits: Pixabay.com

Bio-Baumwolle wird nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus produziert. Im Gegensatz zum formellen Baumwollanbau ist die Nutzung von chemischen Pestiziden und Düngemitteln untersagt. Die Baumwollpflanzen werden im Wechsel mit anderen Pflanzenarten angebaut. Diese abwechslungsreiche Fruchtfolge trägt dazu bei, dass die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt.

 

Dabei wird gleichzeitig das Risiko von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen reduziert. Ebenfalls verhindert die gleichzeitige Aussaat den Einsatz von unnötigen Spritzmitteln. So werden in Ostafrika Sonnenblumen rund um die Baumwollfelder gepflanzt, da diese einen Hauptschädling der Baumwolle anlocken. Statt künstlich erzeugten Düngern verwenden die Bauern Mist und Kompost. Dadurch erhöht sich auch nachhaltig der Humusanteil des Bodens, welcher so mehr Wasser und CO2 speichern kann. Zusätzlich verringert sich dabei auch die Erosionsanfälligkeit.

Bio-Baumwolle wird ausschließlich von Hand geerntet. Chemische Entlaubungsmittel zur Erleichterung einer maschinellen Ernte kommen hierbei nicht zum Einsatz. Ebenfalls ist die Verwendung genetisch veränderter Pflanzen verboten. Durch den Kauf eines einzigen Baumwoll-Shirts aus biologischem Anbau bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger. Obwohl mittlerweile in über 20 Ländern Bio-Baumwolle angebaut wird, hat sie mit 0,1 Prozent einen verschwindend geringen Weltmarktanteil.

Bio-Baumwolle verbessert nicht nur die Gesundheit des Bodens

Bio-Baumwolle für Bekleidung und Handtücher
Bio-Baumwolle ist in der Regel hochwertiger und langlebiger Foto: Pixabay.com

Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Pestizide verbessert sich nicht nur die Gesundheit der Bauern sondern auch die Belastung der Umwelt sinkt dramatisch. Da die reifen Baumwollkapseln per Hand und nicht durch den Einsatz von Entlaubungsmitteln gepflückt werden, wird auch das Grundwasser vor einer Verunreinigung mit Pestiziden geschützt.

Durch den rein biologischen Anbau bleibt ebenfalls die Bodenfruchtbarkeit erhalten und die Erträge bleiben stabil. Dank der vorgeschriebenen Fruchtfolge haben Kleinbauern die Chance, auch weitere Bio-Produkte anzubauen und zu vermarkten was sie unabhängiger von der Baumwolle macht. Durch Einsparrungen bei Dünger und Spritzmitteln, den höheren Preis für Bio Baumwolle, den Erlös der Zwischenfrüchte und eine Bio-Prämie sind auch die Kleinbauern in der Lage, ohne Kredite leben zu können. Und das, obwohl der Betrag von Bio-Baumwolle geringer ist als bei herkömmlicher Baumwolle.

Bio-Baumwolle ohne Kinderarbeit

Allerdings hilft Bio-Baumwolle auch dabei Kinderarbeit zu bekämpfen. Denn vor allem in Drittländern sind es oft auch viele Kinder, die zur Baumwollernte mit herangezogen werden. Laut UNICEF sollen in Usbekistan über zwei Millionen Kinder jährlich bei der Ernte eingesetzt werden, das ist aber kein Einzelfall, denn auch in China, Brasilien, den USA, Mosambik, der Elfenbeinküste und in vielen anderen Baumwoll-Anbauländern werden Kinder beschäftigt. Lediglich in Australien verzichtet man auf den Einsatz von Kindern bei der Ernte. Beim Anbau von Bio-Baumwolle stehen soziale Aspekte mit im Vordergrund, unter anderem sollen sie Situation der Bauern und ihrer Familien zu verbessern.

Warum Bio-Baumwolle das Material für Wäsche und Kleidung ist

Bio-Baumwolle wird meist für die Produktion von Bekleidung verwendet, die im direkten Kontakt mit der Haut steht. Unterwäsche, Dessous sowie Shirts für Kinder, Damen und Herren gibt es aus biologisch angebauter Baumwolle. Grund dafür ist unter anderem, dass Baumwolle zwar selten Auslöser für Allergien ist, dieses Risiko aber durch Bio-Baumwolle nochmals reduziert wird. Denn der Auslöser ist meist nicht das Material, welches Hautreizungen und/oder Allergien auslöst, sondern die Inhaltsstoffe welche durch den Anbau und die Verarbeitung in die Baumwolle gelangen.

Ein einziges T-Shirt, das aus herkömmlichem Baumwollanbau stammt, besteht aus bis zu 150 Gramm Giftstoffen welche vom Baumwollfeld und dem damit verbundenen Anbau stammen. Die Frage Bio-Baumwolle “ja” oder “nein” sollte daher für Sie gerade bei Unterwäsche, Kinderwäsche sowie Baby-Textilien keine Rolle spielen.