Wie gefährlich ist der Coronavirus?

"MERS Coronavirus Particle" by NIAID is licensed under CC BY 2.0

Copyright Beitragsbild: “MERS Coronavirus Particle” by NIAID is licensed under CC BY 2.0 

22. Februar 2020 Update zum Coronavirus 

Wie erwartet, verschärft sich die Situation. Die Stadt Wuhan ist abgeriegelt, mittlerweile werden Strassen per Hubschrauber desinfiziert. Auch die Millionenstadt Peking wirkt wie ausgestorben. Kaum jemand ist in den Strassen zu sehen. Atemschutzmasken sind angesagt, vor dem Betreten öffentlicher Verkehrsmittel wird die Temperatur der Passagiere gemessen. 

Mittlerweile hat der aggressive Virus auch Europa erreicht. In Italien sind es bereits zwei Todesfälle, unglücklicherweise auch im viel bereisten Venedig, das in normalen Zeiten mehr als 80.000 Gäste aufnimmt. Beim Gedanken an den Reiseverkehr während des Karnevals ist die Ansteckungsgefahr extrem hoch. Nicht nur wegen der Übertragbarkeit durch Körperkontakt bzw. Tröpfcheninfektion. 

Zwei zentrale Fragen sind unbeantwortet

  1. Wie lange kann der Coronavirus auf Oberflächen überleben?
  2. Kann der Coronavirus in der Luft überleben?

Momentan geht man davon aus, dass der Virus bis zu neun Tage überleben kann. Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit sorgen für die lange Überlebensdauer. Das würde die wachsende Anzahl der Passagiere auf den Kreuzfahrtschiffen erklären. Denn die normale Lebensdauer beträgt nur vier bis fünf Tage. Allein auf der „Diamond Princess“ sind 600 Personen positiv auf den Covid-19 getestet worden. Einige von ihnen selbst nach der Quarantäne von 14 Tagen. 

Bisher gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse darüber, ob oder wie lange der Coronavirus in der Luft überleben kann. Warum ist diese Frage wichtig? Weil in einem solchen Falle die Übertragung von Mensch zu Mensch übergangen wird und der Virus sich sprichwörtlich in „Windeseile“ ausbreiten kann. Nämlich dann, wenn sich das Wetter ändert und Winde über die Kontinente ziehen. Da sich der Covid-19 bisher extrem aggressiv und untypisch verhält, sollten solche Aspekte in Betracht gezogen werden. 

Nicht nur der Reiseverkehr, tatsächlich ist es die gesamte Wirtschaft, der Im- und Export sowie Produktionshallen, die betroffen sind. Eine weitere offene Frage: Stirbt der Covid-19 bei der Begasung der Containerschiffe ab? Sollte es auch nur eine geringe Überlebenschance für den Coronavirus auf Containerschiffen geben, ist ein weltweites Chaos vorprogrammiert. 

https://www.livescience.com

https://www.journalofhospitalinfection.com/article/S0195-6701(20)30046-3/fulltext

https://healthcare-in-europe.com/de/news/wie-lange-ueberleben-coronaviren-auf-flaechen.html


Interessant ist sicherlich, dass europäische Medien vom Ursprung auf dem Fischmarkt sprachen, während die bekannteste Zeitung Hongkongs, die South China Morning Post am 22. Januar 2020 von einer Mensch zu Mensch Übertragung des Gesundheitspersonals sprach. Der Begriff Gesundheitspersonal bekommt im Zusammenhang mit dem Wuhan Institute of Virology tiefere Bedeutung. Die Frage steht demnach im Raum, ob der extrem aggressive und hyperschnell übertragbare Coronavirus aus dem dort ansässigen Institut ausgebrochen sei. 

Der Fischmarkt ist möglicherweise nicht Ursprung

Das Wuhan-Institut für Virologie arbeitet seit mehreren Jahren am Coronavirus. Infolgedessen kann es durchaus zu einem Ausbruch gekommen sein. Denn letztendlich gibt es keine 100%ige Sicherheit, auch nicht für Forschungsinstitute. Den Aussagen der Fachzeitschrift The Lancet nach standen die ersten 13 von 41 aufgetretenen Fällen in keinem Zusammenhang mit dem Fischmarkt in Wuhan. Nur 27 Patienten waren in direkter Nähe des Fischmarktes. Daniel Lucey, ein Spezialist für Infektionskrankheiten an der Universität Georgetown sagt, dass die Zahl jener Patienten, die nicht mit dem Fischmarkt in Verbindung zu bringen sind, zu hoch ist, um sie zu ignorieren. 

13 Erkrankte nicht in Verbindung zum Fischmarkt in Wuhan 

Er sagt, dass es keinen epidemiologischen Zusammenhang zwischen dem ersten Erkrankten und späteren Fällen gab. So erklärt sich, dass es bei 13 der Erkrankten im gleichen Zeitraum keinen Zusammenhang zum besagten Markt gab. Lucey schliesst daraus, dass der Coronavirus auf den Markt kam, bevor der diesen verlassen hat.

Ein wichtiges Detail, das die Suche nach dem Ursprung wieder zum Wuhan Institut führt. Die Redaktion von Lifestyle4unique hat aufgrund dessen das Institut in der letzten Woche angefragt. Eine Antwort blieb bisher aus.

Unterschiede von Coronaviren 

Grundsätzlich muss deutlich zwischen menschlichen und tödlichen Coronaviren unterschieden werden. Denn menschliche Coronaviren (zu denen auch OC43 oder hCoV-229E zählen), verursachen nur leichte Atemwegserkrankungen, während der neuartige Corona-Virus besonders aggressiv ist und das akute respiratorische Syndrom hervorruft.

Ein Indiz für einen möglichen Ausbruch ist, dass es laut The Lancet“ im Wuhan Institut für Virologie bis zum 11. Januar 2020 keine veröffentlichten Arbeiten gibt, die über eine menschlich verursachte Infektion über den 2019-nCoVirus) berichten. Lancet hat dafür die nationale Wissensinfrastruktur von ganz China sowie medizinische Publikationen unter Stichworten „neuartiger Coronavirus“ oder „2019-nCoV“ durchsucht. 

Bisher fehlen noch viele Erkenntnisse über den neuartigen Coronavirus. Mit einer extrem hohen Erkrankungs- und Mortalitätsrate erinnert der 2019-nCoV fast an eine Bio-Waffe. Die Wissenschaftler in Wuhan werden sich nicht nur die Frage nach einem möglichen Ausbruch gefallen lassen müssen. Denn in Zeiten von Wirtschaftskriegen zwischen Supermächten könnten Bio-Waffen empfindliche Reaktionen auslösen. Und das tun sie bereits. Zulieferer, Container, Produktionsstätten – der gesamte Welthandel hängt zu grossen Teilen von der chinesischen Wirtschaft ab. Bleiben chinesische und ausländische Mitarbeiter jedoch für längere Zeit unter Quarantäne, zeigt sich dies in den Wachstums- und Gewinnzahlen international agierender Unternehmen. 

Maßnahmen, die Sie ergreifen können

Diese Maßnahmen gelten nicht nur beim Coronavirus, sondern beginnen bereits bei einer normalen Erkältung. Die Hände sind Übertragungsweg Nr. 1, deshalb

  • regelmässig und mehrfach täglich Hände waschen
  • nach Hause kommen heisst: für ca. 30 Sekunden bis 1 Minute sofort Hände waschen
  • Warmes Wasser und normale Seifen reichen aus
  • Desinfektionsmittel nur auf Reisen, wenn es keine Möglichkeit gibt, sich die Hände zu waschen
  • Niemals in die Hände husten!


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