Stefan Raab Meister aller Klassen geht nach Hause

Man wird ja wohl noch träumen dürfen, Stefan Raab und ich bei Madame Tussaud in Berlin.

So, jetzt ist es also so weit: Stefan Raab geht. Geht es Ihnen auch so? Es klingt unwirklich für mich. Da verbringe ich jahrelang vor dem Fernseher, fiebere bei jedem Stockcar-Rennen mit und jetzt hört der Typ auf. Ich brauche diesen trockenen Humor Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. 

Das Leben geht weiter, auch ohne Pokerstars

Was, und keine TV Total Pokerstars Nacht ohne Stefan Raab? Wie langweilig. Er hat sich nicht verbiegen lassen. Seine Ideen, wahrscheinlich auch jede Menge Durchsetzungsvermögen und letztendlich auch sein Erfolg über die Jahre hinweg haben gezeigt, dass man sich nicht verbiegen lassen muss, um erfolgreich zu sein. Es gibt jede Menge TV-Stars, die nach drei Jahren nur noch gähnende Langeweile verbreiten,. Das kommt davon, wenn man sich den gängigen Formaten anpasst – solange das Feuer brennt, kommen Buchungen rein. Gehen die Quoten runter ist auch der Ofen für den einstigen Star aus. Nicht so Stefan Raab. Unbequem, ungelenk und wohl einer mit dem größten Ehrgeiz dieses Landes ärgert und belustigt zugleich jeden, der ihm vor die Kamera läuft. Zumindest hat er das in den letzten 16 Jahren getan.

Grüsse nach Köln zu Ingrid und Klaus!

Man wird ja wohl noch träumen dürfen, Stefan Raab und ich bei Madame Tussaud in Berlin.
Man wird ja noch träumen dürfen, Stefan Raab und ich bei Madame Tussaud in Berlin. Foto: Lifestyle4unique.com

„Ingrids Woche und Klaus“ – Musterbeispiel des deutschen Ehepaares, auch Euch werde ich vermissen. Die schon beinahe schmerzhaft zynischen Gespräche der beiden können im Grunde nur aus der Feder von Stefan Raab stammen.

Wer mit soviel Dreistigkeit aus einem Kölner Ehepaar einen Dauer-Sketch macht, isst auch gerne Mettbrötchen.

Es bleibt zu sagen: Danke Stefan Raab!

Glatt gebügelt – solche Attribute trafen bei Raabs Sendungen höchstens auf die gut gekühlten Moderatorinnen zu, wenn sie am Ende der Wok-Bahn auf die couragierten Fahrer warteten. Ein herrliches Bild, ich habe ihn wirklich geliebt, diesen Eiertanz mit Suppenkelle von Hackl Schorsch und Joey Kelly. Ehrlich und mutig passen wohl besser zu der Dauerwerbesendungen eines S. Raabs.

Anzeige

Oder wie sollte ein Sprung aus 20 Meter Höhe ins kalte Nass wohl sonst bezeichnet werden? 16 Jahre TV-Landschaft mit Stefan Raab. Selbst meine Kinder sind mit der Grinsebacke gross geworden – geht es mir plötzlich durch den Kopf. Dann werde ich mir am Samstag vielleicht einen Mettigel auf den Tisch stellen, eine Flasche Prosecco öffnen und die letzte „Schlag den Raab“-Sendung verschlingen. Dann bleibt mir wohl nur ein weiterer Besuch im Wachsfigurenkabinett übrig. Na dann, Stefan: Lass es Dir gut gehen in den nächsten 50 Jahren ohne TV!

Nachtrag nach einem Jahr ohne Titelheld Stefan Raab

Ja, es ist ein wenig langweilig geworden im Programm von Pro Sieben. Es wird sicherlich Zeit brauchen, bis eine ehrliche und vor allem zähe Haut wie Stefan Raab sich noch einmal durch die Medienlandschaft schlägt. Mit idiotischen Ideen wie einem Wok über die Bobbahn rutschen zu wollen und sich damit auch durchzusetzen. Hier liegt wohl der Kern dieser großartigen TV-Karriere: Sich über die Macher und Chefetagen hinwegsetzen und einfach machen. Selbst wenn (anfänglich) kaum jemand an einen Erfolg glaubt. Mit Stefan Raab ist eines wirklich klar: Wer Erfolg will, sollte seinen eigenen Weg gehen und nicht der Karriereleiter des Main Stream hinterherlaufen. Anpassung bringt keine außergewöhnlichen Geschichten hervor und Langweiler gibt es genug. Aus der Ferne wünsche ich Dir schöne Weihnachten! Komm ruhig mal wieder bei Pro Sieben vorbei und lass Dich sehen. Und wer von Stefan Raab immer noch nicht genug hat, findet in unserem Beitrag über die letzte TV-Total Sendung noch ein paar fröhliche Erinnerungen.