World record Reefcalendar 2018 | Ergebnisse in Wort und Bild

Reefcalendar, Jason Isley
Das Monatsbild Juni 2018 aus dem Reefcalendar Photo: Jason Isley

Unser erster Artikel über den Reefcalendar begann provokant mit der Frage: „Hören Sie es schreien? Riffe in Gefahr?“ Es folgte der Beitrag über das Bodypainting Bild in Wien mit dem ersten Weltrekord.

Reefcalendar, Michael Szirota im Gespraech mit Lifestyle4unique
Michael Szirota im Gespraech mit Lifestyle4unique
Photo credits: Word and Image Ltd.

Jetzt ein weiteres Treffen mit Michael Szirota, dieses Mal im Le Meridien Wien. Hier hängt (besser: hingen) die Bilder des Reefcalendars 2018 in einer Ausstellung. Natürlich mit dem Bild, das Weltrekord geschrieben hat. Im Laufe der vergangenen Monate hat das Bild einen Namen bekommen: „Wir haben´s geschafft!“ Ausnahmsweise berichte ich nicht nur über den Reefcalendar, sondern gehörte mittendrin auch zu einem der 253 Menschen des Titelbildes für den Kalender 2018. Denn auch mir liegt der Schutz der Unterwasserwelt am Herzen, dazu muss ich kein Taucher sein. Die Unterwasserwelt ist Teil unseres gesamten Lebenskreislaufes, einer Natur, die dank der unzähligen Eingriffe des Menschen auch Schutz benötigt. Einerseits muss ebenso über die Zerstörung der Meere berichtet werden. Doch weitaus wichtiger sind Projekte, die den Tieren Schutz bieten und somit einen wichtigen Beitrag vor dem Artensterben im Ozean leisten.

Tipp Sehenswertes in Wien: Die Ausstellung im Lé Meridien Hotel Wien ist noch bis zum 19. Februar verlängert worden.

Welcher Gedanke steckt hinter dem Reefcalendar 2018?

Fotografen aus aller Welt wurden angesprochen, ein Foto der Unterwasserwelt zu kreieren – mit einem zentralen Thema. Wie ist das Leben der Meeresbewohner bereits durch Verschmutzung beeinträchtigt? Das Ergebnis sind Fotos, die einen zweiten Blick verlangen und die Sinne des Betrachters schärfen. Das ist das Foto von Ruggero Pastorino eines augenscheinlich niedlichen Fischpaares (Zitronen-Gobies) in einem Kreis von Blasen. Erst beim genaueren Hinsehen wird klar, dass es sich um das unnatürliche Zuhause handelt, einer Plastik-Cola-Flasche, die ihren Weg auf den Meeresboden gefunden hat und nun das unnatürliche Zuhause dieser hübschen Fische geworden ist. Die Idylle des Bildes trügt also und sollte vor allem jenen zu denken geben, die ihren Plastikmüll gern überall hin verteilen. Dazu muss man nicht direkt am Meer sein. Denn der Wind trägt die leichten Abfälle an jeden Ort der Erde.

Ist eine Plastikflasche wirklich das geeignete Zuhause der Meeresbewohner? Photo: Ruggeri Pastorino
Ist eine Plastikflasche wirklich das geeignete Zuhause der Meeresbewohner? Photo: Ruggeri Pastorino

Das sinnlose Leiden der Haie

Bei einem anderen Foto wird der Betrachter von einem Hai begrüsst. Doch das aus Florida stammende Foto zeigt die alltägliche Brutalität, die ebenso nur beim zweiten Blick deutlich wird. Der Fotografin Tanya Houppermanns ist hier eine seltene Aufnahme gelungen. Denn am Maul des Haies hat sich ein Fischerhaken vergangen, mehr als das ist dieser bereits eingewachsen und selbst die Angelschnur hat sich bereits untrennbar mit der Hautschicht des Haies verbunden. Eine eingewachsene Angelschnur, ein Merkmal für das sehr beliebte Hai Fishing in Florida. Von Hobbyanglern werden die Tiere gefangen, tolle Fotos gemacht und danach wieder zurück ins Meer gelassen. Wie hoch die wirkliche Anteilnahme dieser Hobbyfischer ist, zeigen die Spuren, die sie hinterlassen.

Dem Team rund um Michael Szirota geht es also nicht nur darum, Geld über den Verkauf des Reefcalendars zusammenzubringen. Vielmehr geht es ihm darum, die Verletzbarkeit der Bewohner der Ozeane aufzuzeigen. Denn das Ausmaß der Schäden im Meer sind oft eben nur auf den zweiten Blick deutlich. Auch das Fishing der Haifischflossen ist in jeder Form brutal, endet es doch mit dem qualvollen Tod der Tiere. Wem heute noch nicht klar ist, dass jede Art von Lebewesen in der Natur ihren Sinn hat, der braucht ein paar Nachhilfestunden.

Wer noch immer an das Märchen vom gefährlichen Hai glaubt, ist selbst Schuld!

Leider hat der Mensch an sich die merkwürdige Eigenschaft an sich, alles, was ihm gefährlich erscheint, töten zu wollen, in dem Glauben, die Tiere würden ihm Schaden antun. Das dem überhaupt nicht so ist, wird uns auch Christian Redl in einem spektakulären Dokumentarfilm erzählen. Gleichzeitig gerät durch den sinnlosen Tod eines Hais das Gleichgewicht der Unterwasserwelt ins Wanken – weit mehr als Sie jetzt vielleicht glauben. Die Gesetzmäßigkeiten der Natur haben ihren Sinn. In diesem Kreislauf übernimmt der Hai wichtige „Säuberungsarbeiten“ im Meer, in dem er anderer Kleintiere frisst und damit für eine natürliche Auslese sorgt. Viele Haie ernähren sich sogar hauptsächlich von Plankton, Krebstieren oder Kleinstorganismen. Er steht also keineswegs an der Spitze der Nahrungskette im Meer, und es gibt nicht einen Grund, ihn zu bekämpfen, zu verletzen oder gar sinnlos zu töten. Doch dies nur als kurzer Einblick in die Ernährungsweise des Haies.

Amerikanisches Hobby: Haie fischen und sie wieder in den Ozean zurücklassen, mit Narben an Körper und Seele Photo: Tanya Houppermanns
Amerikanisches Hobby: Haie fischen und sie wieder in den Ozean zurücklassen, mit Narben an Körper und Seele Photo: Tanya Houppermanns

Das Einzige, und wirklich Einzige, was gegen das unbedarfte Töten und Verletzen von Tieren hilft ist Wissen. Education, Education, Education. Dies gilt für den Urlauber, der als Schnorchler oder Taucher unterwegs ist, für den Gourmet, der ungewöhnliche Gerichte liebt und natürlich auch den Angestellten in Regionen wie Thailand, Ägypten oder den Philippinen.

Neben den neuen Behausungen, die auf den Malediven bereits durch die Initiatoren des Reefcalendars gebaut wurden, (wir haben im Interview mit Michael Szirota darüber berichtet), wäre eine Art Schule zukunftsweisend. Dies betrifft nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder in Ländern wie den Philippinen. Sie sind die Zukunft, in jedem Land unserer Welt, und gestalten das Leben von morgen. Was wir als Erwachsene der Generation 35+ heute beibringen, werden sie morgen umsetzen. In diesem Sinne freue ich mich auf das nächste Event im August 2018 in Wien. Denn dann findet der Worldrecord Reefcalendar Reloaded 2019 statt.

Wer übrigens noch einen der Kalender erwerben möchte, sollte sich beeilen. Der Kunstkalender ist auch ein Sammlerstück mit Potenzial. Für den Preis von 39,90 Euro (abzüglich 10 %) kann der Reefcalendar auf der Webseite reefcalendar.org gekauft werden. 

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