Grippezeit | Was es mit der Grippeschutzimpfung auf sich hat

Grippeschutzimpfung, schützt sie wirklich?
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Grippe, furchtbar. Es dauert es nicht mehr lange, bis die Ersten wieder vom öffentlichen Niesen überrascht werden. Sofern es denn die tatsächliche Grippe ist. Im späten Winter oder der Vorfrühlingszeit naht die nächste Grippewelle und mit ihr die jährlich wiederkehrende Diskussion um die Grippeschutzimpfung. Die Frage steht im Raum: Soll ich oder soll ich nicht? Was weiß ich eigentlich über die Grippeschutzimpfung? Und wer braucht sie tatsächlich, die 20er oder die Generation 45+?

Die wechselhaften Jahreszeiten bedeuten Grippezeit

Wer glaubt, die Grippeschutzimpfung schützt vor den typisch grippalen Infekten, der irrt. Denn es geht hier keineswegs um die Vorbeugung einer mittelschweren Erkältung oder der umgangssprachlichen Grippe. Vielmehr geht es um eine echte Virusgrippe, die durch klar definierbare Viren entsteht. Die wenigsten Menschen, die an einer „Grippe“ leiden, haben tatsächlich eine solche Virusgrippe. Der Zufall muss schon seine Hand im Spiel haben, denn von den ca. 600 bekannten Viren wird von Wissenschaftlern ein bestimmter herausgesucht, der im nächsten Jahr die Menschen treffen könnte.

Halten wir fest: Es wird also gegen einen bestimmten Virus geimpft. Ob dieser dann tatsächlich eintrifft, ist ungewiss.


Die Häufigkeit der Erkrankungen gerade in den Wintermonaten liegt im menschlichen Organismus selbst begründet. Lichtmangel, häufig wechselnde Temperaturen, nasskaltes Wetter sorgen für ein geschwächtes Immunsystem und sind für eine rasante Verbreitung von Bakterien und Viren verantwortlich. Wohl dem, der sich mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung gesund erhält. Ein stabiles Immunsystem kann Viren und Krankheitserreger besser abwehren als ein geschwächtes. Ähnlich wie ein gutes Dach das Haus vor Feuchtigkeit und Hitze schützt. Dennoch lässt sich der grippale Infekt nicht immer vermeiden. Und solange es sich hierbei tatsächlich um einen grippalen Infekt handelt, helfen Hausmittel wie heiße Zitrone mit Ingwer und ausreichend Schlaf über die schlimmsten Symptome hinweg. Eine starke Erkältung ist meist also noch längst keine ausgewachsene Grippe.

Ja was denn nun, Grippe oder Erkältung?

Anders hingegen sieht es bei der echten Grippe aus, die sich mit schwerwiegenden Krankheitsbildern zeigt. Dank hohem Fieber sind die meisten Betroffenen nicht mehr arbeitsfähig, zusätzlich verschlimmern starke Kopf- und Gliederschmerzen die allgemeine Befindlichkeit. Charakteristisch ist das gleichzeitige Auftreten von mehreren Symptomen, während eine Erkältung meist mit aufeinanderfolgenden Krankheitsbildern auftritt. Ebenfalls typisch für die echte Grippe sind starke Rückenschmerzen, Schüttelfrost und bei Hustenanfällen unter Umständen auch Luftnot. Der Erkrankte fühlt sich so schlapp, dass er kaum in der Lage ist, sich einen Tee zuzubereiten. Interessant ist sicher auch, dass sich junge Leute genauso schlecht fühlen wie Menschen der Generation 45+. Hohes Fieber hält häufig einige Tage an – ein sicheres Zeichen dafür, dass der Organismus gegen eine Flut von Viren ankämpft. Nach ein bis zwei Wochen ist der Spuk vorbei, doch wer sich noch in den ersten Tagen im Büro gezeigt hat, wird unter Umständen jede Menge Viren verbreitet haben.

Der Weg vom Virus zur Impfdosis

Wer gegen Grippe geimpft ist, kann mit einem Schutz vor Viren rechnen. Doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Weltweit gibt es mehrere Hundert verschiedene Influenza Viren. In unregelmäßigem Rhythmus tauchen unterschiedliche Viren jährlich auf und lassen Wissenschaftlern und Virologen große Aufgaben zuteilwerden: Sie müssen herausfinden und berechnen, welcher Virus voraussichtlich im nächsten Jahr auftreten wird. Das jeweils errechnete Resultat ist die Basis für den zu produzierenden Impfstoff, der im darauffolgenden Jahr an die Patienten verabreicht wird. Nennen wir den Virus spaßeshalber „Fred“. Nach dem Auftreten wird im nächsten Jahr also „Fred“ erwartet. Der Impfstoff wird produziert, die Grippeschutzimpfungen beginnen. Nun hat sich Mutter Natur einen anderen Weg gesucht und stattdessen taucht „Irene“ als Grippevirus in Europa auf. Dieser andere Virus sucht sich seinen Weg leider auch zu den Menschen, die sich gegen „Fred“ haben impfen lassen. Eine Erkrankung an der echten Grippe ist in einem solchen Fall trotz Grippeschutzimpfung möglich.

Gilt für jede Generation: Nur wer gesund ist, lässt sich (im Zweifelsfalle) impfen

Dennoch: Menschen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Ausbildungsstätten arbeiten, sind tagtäglich mit einer Vielzahl von Patienten und Kollegen umgeben. Hier ist die Ansteckungsgefahr sowie die enorm schnelle Verbreitung von Viren immer gegeben – und das nicht nur in den Wintermonaten, sondern während des ganzen Jahres. Ein Fehler sollte bei der Vorbeugung gegen Grippe jedoch nicht gemacht werden: Eine Impfung während bestehender Erkrankung! Wer bereits von Husten, Schnupfen oder gar Fieber geplagt ist, sollte sich auf keinen Fall impfen lassen! Eine Grundregel, die übrigens für alle Impfungen gilt. Das Immunsystem des Körpers ist bereits durch Krankheitserreger belastet. Eine Impfdosis (und somit die Nachahmung einer erneuten Erkrankung) wird die Symptome zur bestehenden Krankheit noch verstärken. Leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen der Impfung können ebenfalls die Folge sein. Wer sich zur Impfung entschließt, sollte daher mindestens 14 Tage vollständig gesund sein.

Sollten Sie in der Vergangenheit sensibel auf Impfungen reagiert haben, ist eine vorherige Stärkung des Immunsystems empfehlenswert. Es ist allgemein bekannt, dass sich Nebenwirkungen bei Folgeimpfungen verstärken können. Der Geimpfte findet sich dann krank im Bett wieder. In solchen Fällen ist es ratsam, Nutzen und Nebeneffekte der Grippeschutzimpfung sorgfältig abzuschätzen. Im Übrigen zeigen Statistiken, dass jeder Zweite nach einer Grippeschutzimpfung dennoch erkrankt.