Als Texter arbeiten: Ein Bündel Kreativität

Der Arbeitsalltag der Generation 40+
Der Arbeitsalltag eines Texters, viel Abwechslung, Kaffee und frische Luft Foto: Pixabay.com

Es ist Donnerstag, fühlt sich für mich jedoch wie Freitag an. Das liegt wohl daran, dass ich das Wochenende und das geplante Essen für morgen sehnlichst herbeisehne. Als Texter zu arbeiten bedeutet täglich: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Jede Menge Arbeit in tatsächlicher Bearbeitung, in Planung und Vorbereitung. In den letzten Wochen bin ich eine (oder gar zwei?) Stufen auf meiner persönlichen Leiter nach oben geklettert. Und es geschah ganz plötzlich, ohne dass ich darauf abgezielt habe.

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Veränderungen fühlen sich gut an

Ich arbeite als Texter und Journalistin. Genau die Arbeit, von der ich immer geträumt habe. Das Schreiben durchzieht mein Leben wie ein roter Faden. Im Laufe der Jahre hat sich herausgestellt, dass neben der Fotografie das mich das Schreiben immer wieder aufs Neue fesselt. Und ich bringe die richtigen Eigenschaften mit: Bin wissbegierig, lerne seit der Schulzeit unheimlich gerne und bin offen für neue Themen.

Auf dem täglichen Arbeitsplan stehen zu schreibende Artikel, Korrekturen, interessante Themen für mein Online Magazin. Diese Artikel benötigen Planung und Vorbereitung, bloss weg vom „Blogartikel“. Irgendwann waren mir die Themen zu banal, zu trist. Ein immer wieder funktionierender Gedanke schoss mir durch den Kopf: Schreiben, was Du selbst gern lesen würdest. Also Konzept ändern, die Sinne für Artikel offenhalten und den Schreibstil ändern.

Hin und wieder wird mein Ton etwas schärfer, dann auch wieder sehr persönlich oder fast intim. Diese Intimität lasse ich mir jedoch nicht anmerken, indem ich jede Anrede vermeide, jede Formulierung, die nach „Ich denke…“ klingen könnte. Den journalistischen Kodex wahren: „Niemals werten und neutral bleiben.“ Dann fiel mir ein, dass ich irgendwann einmal schrieb, ich würde gern Kolumnen schreiben. Ja Himmel, dann tue es doch! Was hält Dich denn auf? Gar nichts, nur meine Arbeit. Weitermachen, Augen zu und durch.

Das Rädchen dreht sich und dreht sich

Ein neuer Auftraggeber und bessere Einnahmen bringen mich endlich in die Position, dass ich jetzt selbst Auftraggeber werde. Ich registriere mich also bei meiner Agentur neu, zahle Guthaben ein und gebe den ersten Artikel in Auftrag. Wie aufregend! Die andere meiner beiden Webseiten benötigt dringend Content und ich finde nur mit Mühe Zeit, um mich daran zu setzen. Eine Möglichkeit wäre, den Text schreiben zu lassen. Outsourcing – auch ich komme nicht daran vorbei.

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Ja, und dann ist da ja noch der Online-Shop. Warum habe ich mir diesen Job geangelt? Ich weiß es nicht mehr. Einerseits macht mir neuerdings Webdesign sogar Spaß, einen Online-Shop zu erstellen ist jedoch noch einmal ein ganz anderer Karton. Also machen wir das auch noch. Wann? Gleich nachdem noch zwei Artikelbeschreibungen und eine Direkt-Order fertig geschrieben sind. Oh nein, da wartet ja noch eine andere Direkt Order. Also diese dann mit fast lächerlichen 3000 Worten auch noch fertig machen, später Fotos bearbeiten und Weine beschreiben.

Zwischendurch gehe ich für eine halbe Stunde in die Berge, sonst platzt mir der Kopf. Ach ja, und weil es nicht anders geht, werde ich den Auftrag für den neuen Kunden wohl am Wochenende schreiben. 800 Wörter sind ja nun wirklich aus der Hand geschüttelt. Irgendwann wird auch mein in Auftrag gegebener Text fertig sein, der dann auf die WordPress-Seite muss. Nicht ohne dass ich ihn vorher noch in Englisch übersetze.

Und während ich mich über meinen abwechslungsreichen Tag als Texter freue, mahnt mich eine innere Stimme aufzupassen, dass ich nicht von der Leiter falle, von meiner ganz persönlichen Karriereleiter.

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